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Nach dem Weihnachts- nun wieder der «Kettensäge-Mann»

causasportnews / Nr. 1096/01/2024, 1. Januar 2024

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(causasportnews / red. / 1. Januar 2024) Nachdem die Weihnachtstage 2023 überstanden sind und sich die Neujahrsfestivitäten dem Ende zuneigen, kann sich die (Sport-)Welt wieder weltlicheren Dingen zuwenden als den Geschichten um Weihnachtsmänner & Co. Etwa dem als «Kettensäge-Mann» bekannt gewordenen, ehemaligen Deutschen Klasse-Torhüter Jens Lehmann. Er ist der Hauptakteur in einem bizarren, nachbarschaftlichen Streit, der sich im Starnberg bei München ereignete und noch Ende des vergangenen Jahres das Amtsgericht des Nobel-Ortes beschäftigte. Die skurrile Geschichte wird nun am Landgericht Starnberg eine Fortsetzung finden.

Es ging um Seesicht, die der heute 54jährige Torwart, der anlässlich der Fussball-WM-Endrunde 2006 den Karriere-Höhepunkt erlebte, zum Täter werden liess: Weil sein Nachbar, nach Auffassung des Ex-Sportlers, ihm mit einer Garagenbaute die Sicht auf den Starnbergersee versperrt hatte und der Streit hierüber unter den involvierten Beteiligten nicht friedlich beigelegt werden konnte, beschädigte offensichtlich Jens Lehmann die störende Garage des 92jährigen Nachbarn Walter Winkelmann mit einer Kettensäge. Die Überwachungskameras hielten den Vorfall weitgehend fest, nämlich, wie der wegen verschiedener Delikte Beschuldigte den Garagenrohbau des Nachbars bestieg und die Motor-Säge an einen Balken ansetzte; die Sägehandlung selbst wurde nicht aufgezeichnet, liess sich aber offenbar vom Gericht nachvollziehen.

Jens Lehmann wähnte sich als Justiz-Opfer, für das Amtsgericht Starnberg gab es offenbar keine Zweifel. Es verurteilte den «Kettensäge-Mann», kurz bevor der Weihnachtsmann das Szepter auch am Sternbergersee übernahm, wegen Sachbeschädigung, Polizisten-Beleidigung und wegen Betrugsversuchs. Es belegte ihn mit einer Geldstrafe von insgesamt 420 000 Euro. Nun hat Staatsanwalt Stefan Kreutzer Berufung gegen das Urteil eingelegt; «nur» eine Geldstrafe findet er zu milde. Vor dem Amtsgericht hatte er einen Schuldspruch gefordert und eine Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie eine Geldauflage von 216 000 Euro beantragt. Der Prozess gegen den nun als «Kettensäge-Mann» abgestempelten Jens Lehmann geht also in die Verlängerung. Noch nicht bekannt geworden ist, ob der Ex-Torhüter ebenfalls in Berufung gehen wird (derzeit gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung). Wie dem auch sei. Es scheint eher unwahrscheinlich zu sein, dass der bis dato unbescholtene Top-Sportler aus dieser «Nummer» ungeschoren herauskommt. Die grosse Frage wird auch nach Abschluss dieses Prozesses bleiben, von welchem Teufel Jens Lehmann geritten wurde, als er sich am beschaulichen See in Starnberg in Selbstjustiz mit einer Kettensäge übte.

Von (ehemaligen) Fussballprofessionals, Kettensäge-Angreifern und Gewalttätern

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(causasportnes / red. / 10. August 2022) Im idyllischen Starnberg halten sich Menschen mit in der Regel viel Geld auf – oder sie erwecken zumindest diesen Anschein. Sonst geht es im beschaulichen Oberbayern oft auch menschlich, oder allzu menschlich, zu und her. Wenn sich diese menschlichen Dinge ereignen, wird darüber höchstens dann gesprochen, wenn es sich um involvierte Persönlichkeiten jeglicher Schattierung handelt.

Wenn jemand beispielsweise Jens Lehmann heisst und dieser ehemalige Deutsche Nationaltorhüter in Starnberg ausrastet, dann wird die Sache nicht nur für die Regenbogenpresse interessant. Wäre es nicht Jens Lehmann gewesen, der sich offenbar die Sicht auf den Starnberger See martialisch sichern wollte, wäre der Vorfall wohl unbekannt geblieben. So setzte es indessen einen Medienfüller ab. Offensichtlich ging es um eine nachbarschaftliche Auseinandersetzung, die dazu führte, dass der 52jährige Ex-Torwart die Nerven verlor und sich in Selbstjustiz mit einer Kettensäge einen Dachbalken einer Nachbar-Liegenschaft vornahm. Der Fussball-Rentner nervte sich über einen anderen, konventionellen Rentner, den 91jährigen Architekten Walter Winkelmann, der offenbar nach Ansicht von Nachbar Jens Lehmann etwas allzu exzessiv baute. Die Garage, welcher der Kettensäge-Angriff durch Jens Lehmann galt, versperrte offensichtlich die Sicht des Ex-Torhüters auf den See, weshalb dieser die Sache in Selbsthilfe zu regeln versuchte. Geht es um Garagen, erträgt es beim bejahrten Architekten mit bevorzugter Architektur-Disziplin «Garagen-Bau» keinen Spass. Erreicht hat die Fussball-Legende dadurch allerdings nichts, ausser, dass nun gegen ihn wegen Sachbeschädigung ermittelt wird. Unangenehm könnte die Attacke für den 61-fachen Nationalspieler vor allem auch deshalb werden, weil nun an seiner Schuldfähigkeit gezweifelt wird; immer wieder auftretende Wutausbrüche sind offenbar verbürgt. Zumindest titelt die «Bunte» schon einmal in diese Richtung: «Ausraster mit Kettensäge?», fragt die Zeitschrift, garniert mit einem Bild des Ehepaars Lehmann. Soweit ist die Angelegenheit allerdings noch nicht wie bei Schauspielerin Katja Bienert, die in der selben Klatsch-Zeitschrift gesteht «Ich kann meinen toten Mann spüren». Na ja.

Ist die Sache Jens Lehmann noch unter die Rubrik «Peinliches aus der Prominenten-Welt» zu subsumieren, mutet die «Causa Nico Schulz» weit unappetitlicher an. So soll die zuständige Staatsanwaltschaft derzeit auf Anzeige hin gegen den Spieler des Klubs Borussia Dortmund ermitteln. Die Vorwürfe an die Adresse des Fussballers sind geradezu abscheulich. Der 29jährige Verteidiger soll im Rahmen seiner Beziehung mit einer ehemaligen Freundin verschiedentlich gewalttätig geworden sein. Er habe die Frau, als sie schwanger war, zudem gegen den Bauch getreten. Sollten sich diese Vorhalte, welche die «Bild»-Zeitung umfassend öffentlich machte, als zutreffend erweisen, braucht der Verteidiger selber einen guten Verteidiger, jedoch anderer Art, um ihn vor Schuld und Strafe zu bewahren. Für Nico Schulz gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Fazit: Immer mehr ehemalige und aktuelle Sportler zeigen, wie tendenziell jedermann und jede Frau, vermehrt menschliche, allerdings auch abscheuliche Züge.