causasportnews / 1190/10/2024, 14. Oktober 2024

(causasportnews / red. / 14. Oktober 2024) Ende dieses Monats beginnt die Weltcup-Rennsaison 2024/25 im alpinen Skirennsport. Ein reich befrachteter Rennkalender, aus dem die Abfahrten von Zermatt gestrichen wurden, wird vor allem das TV-Publikum vorwiegend in Europa erfreuen. Bei den Männern stellt sich vor dem Saisonstart die Frage, wer den in letzter Zeit dominierenden Schweizer Marco Odermatt im Kampf um den Gesamtweltcup aktuell und zukunftsgerichtet bedrängen könnte. Wird es allenfalls ein Skisport-Rückkehrer sein? Nachdem klar ist, dass der Internationale Skiverband (FIS; Fédération Internationale de Ski) mit einer «Wildcard» das Tor zum Weltcup für den Österreicher Marcel Hirscher aufgestossen hat, wird der 35jährige, achtfache Sieger im Gesamt-Weltcup, der sich 2019 aus dem Weltcup verabschiedet hat, zumindest als harter Konkurrent des Nidwaldners Marco Odermatt im Kampf um die begehrte, grosse Kristallkugel bei den Männern gehandelt. Daran glauben allerding nicht alle. Denn die fünfjährige Rennabstinenz der österreichischen Ski-Legende wird an diesem Ausnahmekönner nicht spurlos vorbeigegangen sein. Es kommt hinzu, dass der Schweizer Marco Odermatt Ski fährt wie von einem anderen Stern. Wohl nur eine gravierende Verletzung dürfte den Top-Sportler aus der Innerschweiz, der soeben 27 Jahre alt geworden ist, am erneuten Gewinn des Gesamt-Weltcups hindern. Marcel Hirscher ist 35jährig, Marco Odermatt 27jährig – im Sport ein gewaltiger Altersunterschied gleichsam von Lichtjahren.
Dass Marcel Hirscher nun in den alpinen Skirennsport zurückkehren kann, ist vor allem den Bestrebungen der FIS zu verdanken, welche nicht nur dem Druck Hollands und des Fahrers erlegen ist. Für das nicht gerade als Skisport-Hochburg bekannte Land wird der Österreicher in dieser Saison starten. Die Vergabe der «Wildcard» (freie Teilnahmeberechtigung) an Marcel Hirscher hat seit der Deponierung des entsprechenden Antrags bei der FIS für Diskussionen und Kritik gesorgt. Allgemein wird diese ausserordentliche Einräumung der Startberechtigung an Marcel Hirscher für die Niederlande als «Lex Marcel Hirscher» angesehen. Wie dem auch sei. Dass die Rückkehr der Skisport-Legende Marcel Hirscher der Attraktivität des alpinen Skirennsports zumindest nicht schadet, könnte eine Erklärung für die nicht ganz unumstrittene Vorgehensweise der FIS in diesem offensichtlichen Ausnahmefall sein. Nicht von Bedeutung ist, dass bezüglich der viel diskutierten Sondergenehmigung die Weltcup-Fahrer nicht in den Entscheidprozess des internationalen Verbandes in dieser «Causa» eingebunden wurden. Wie sagte es doch einmal ein FIS-Funktionär so schön: « Die Fahrer haben zu fahren, und sonst gar nichts.». Sicher ist, dass der Vorgehensweise des Verbandes in der Teilnahmeberechtigungs-Angelegenheit von Marcel Hirscher durchaus präjudizielle Bedeutung zukommen dürfte.
