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Professoraler Rat für die Fans mit Blick auf die Fussball-WM-Endrunde 2026: «Bleibt weg von den USA»

causasportnews.com – 8/2026, 25. Januar 2026

(causasportnews / red. / 25. Januar 2026) Erleichterung, aber auch Verärgerung in der Schweiz: Glücklicherweise ist das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos Geschichte. Höhepunkt dieses fragwürdigen Anlasses in der Bündner Alpenwelt war der Auftritt des US-Präsidenten Donald Trump. Der bald 80jährige, mächtigste Politiker der Welt, der sich die Bühne WEF nicht entgehen lassen wollte und sich zu diesem Anlass selber einlud, sprach rund eineinhalb Stunden, redete teils wirr und widersprüchlich, stiess Drohungen aus und beleidigte flegelhaft Freund und Feind. Analysen seiner Rede ergaben ein erbärmliches Bild des US-Präsidenten; Falschbehauptungen mussten zuhauf registriert und teils nachträglich korrigiert werden. Ziemlich übel bekamen die Schweiz sowie Regierungsmitglieder ihr Fett ab. Die Bundesräte, Land und Leute wurden vom selbsternannten, grössten Politiker aller Zeiten mit krass egomanischen Zügen beleidigt und öffentlich vorgeführt. Die Betroffenen nahmen es mit Fassung, zumal dieser WEF-Zirkus niveaumässig immer tiefer sinkt. Die «Muppet Show» in diesem noch jungen Jahr mit dem Gaststar aus Amerika, Donald Trump, könnte einen absoluten Tiefpunkt im Rahmen des WEF erreicht haben, der kaum Zukunftshoffnungen für das Forum in Davos belässt (vgl. auch causasportnews vom 23. Januar 2026). Gemessen an den Reaktionen aus der Schweizer Bevölkerung wäre es eine Wohltat, wenn diese unsägliche WEF-«Schwatzbude» der Schweiz künftig den Rücken kehren würde. Nachdem sich die als Stiftung organisierte Veranstaltung mit Blick auf das zu Ende gegangene Forum vom Gründer und Organisator des Anlasses, Klaus Schwab, getrennt hat, täte dem Anlass nun auch eine räumliche Veränderung gut.

Natürlich war in Davos auch FIFA-Präsident Gianni Infantino dabei, der «es» im Moment offenbar nicht mehr ohne den US-Präsidenten kann. Das hat auch mit der bevorstehenden Fussball-WM-Endrunde in den USA, in Mexiko und in Kanada zu tun, sodann mit der überbordenden Eitelkeit und dem anbiedernden Charakter des Präsidenten des Welt-Fussballverbandes (vgl. auch causasportnews vom 30. Dezember 2025). Der am 11. Juni 2026 beginnenden WM-Endrunde schaut die Welt einigermassen besorgt und mit wenig Vorfreude entgegen. Aufgrund der Verhältnisse in den USA und in der Welt rät der Strafrechtsexperte Mark Pieth, der an der Universität in Basel lehrte, den Fans, die einen Besuch der WM-Endrunde in Amerika erwägen, in einem Interview mit dem Zürcher «Tages – Anzeiger» (23. Januar 2026): «Bleibt weg von den USA». Amerika sei zu einem Unrechtsstaat geworden, den man gar keine WM ausrichten lassen sollte, sagt der aus dem Kanton Graubünden stammende, emeritierte Rechtsprofessor. Diese Einschätzung ist bspw. auch mit Blick auf das gewalttätige Klima in Amerika nachvollziehbar. Bedenklich findet Mark Pieth die Haltung der USA zu Rechtsfragen, dessen oberster Repräsentant sage: «Das internationale Recht interessiert uns nicht.». Obwohl es am besten wäre, wenn Mannschaften der WM fernbleiben würden, ist sich der 73jährige Mark Pieth bewusst, dass ein solcher Schritt nicht praktikabel sei. Ein Boykott der WM wäre realistischerweise nicht durchzusetzen. «Der Boykott ist ein Mittel, das kaum funktioniert.». «Es wäre nur schon gut, zuerst einmal überhaupt den Mund aufzumachen.». Doch dass derzeit Menschen aus 39 Ländern mit US-Einreiseverboten belegt seien, errege Besorgnis. Bei der Einreise in die USA müssten Schweizer Fans damit rechnen, in den nächsten Flieger gesetzt und nach Hause geschickt zu werden. Mark Pieth weist im Gespräch mit der Zeitung darauf hin, dass die WM-Vergaben der FIFA grundsätzlich mehr als problematisch seien. Das sei schon mit der WM-Endrunde in Katar 2022 der Fall gewesen (schwierige Menschenrechtssituation, Verletzte und Tote auf den WM-Baustellen, Ausbeutung von Arbeitskräften, usw.). Das Schlimmste stehe der (Fussball-)Welt allerdings noch bevor: Die WM-Endrunde 2034 in Saudiarabien. Diese Vergabepolitik der FIFA hänge auch mit dem Naturell des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zusammen, der sich im Kreis des katarischen Emirs, des saudischen Kronprinzen oder jetzt eben im Umfeld von Donald Trump wohlfühle: «Gianni Infantino macht den Bückling vor ihnen und hofiert sie (…). Auch Blatter hatte keine Berührungsängste. Aber jetzt ist es krass. Infantino spielt auf dieser Klaviatur virtuos. Denken wir an seine Vergabe eines Friedenspreises (…). Man hat das Gefühl, der sei ein Komiker», sagt Mark Pieth.

Nachtrag: Vor der WM-Endrunde 2018 in Russland konnten «es» Wladimir Putin und Gianni Infantino gut miteinander. Russland trat im Februar 2022 die bis heute andauernde, völkerrechtswidrige sog. «Militärische Spezialoperation» gegen die Ukraine los.

Die «Muppet Show» – aus Amerika über Davos nach Mexiko, Kanada und USA

causasportnews.com – 7/2026, 23. Januar 2026

(causasportnews / red. / 23. Januar 2026) Seit einem Jahr ist die berühmte «Muppet Show» in Amerika nach langer TV-Abstinenz wieder ein Thema, und das nicht nur an den Bildschirmen, sondern real im «Weissen Haus». Von dort aus wirbelt US-Präsident Donald Trump die Welt durcheinander, stiftet Unfrieden (deshalb wurde es wohl nichts mit dem Friedens-Nobelpreis), lebt seine kriegerischen Neigungen aus und praktiziert überbordenden, nationalen Egoismus in infantiler Manier. Auch wenn das Geschehen in den USA ab und zu durchwegs besorgniserregende Züge annimmt, ist die Welt gut beraten, diesen vom amerikanischen Volk gewollten Zauber nicht allzu ernst zu nehmen. Spätestens am 20. Januar 2029 ist auch dieser Spuk vorbei.

Die «Muppet Show» mit dem bald 80jährigen Amerikaner und seinen Claqueuren rundherum wird wohl realistischerweise, und falls nicht vorher etwas geschieht, also noch knapp drei Jahre dauern. Soeben hat die Show ein vielbeachtetes Auslandgastspiel erlebt. Am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos pöbelte der US-Präsident was das Zeug hielt und inszenierte seine trotzig-flegelhafte Politik. Die Schweizer «Gastgeber» begingen zwei Fehler, nämlich erstens diesen «Politiker», der sich an das WEF selber einlud, nicht von der Schweiz ferngehalten zu haben, und zweitens, nachdem der drohende Schaden nicht mehr abwendbar war, den Mann aus dem «Weissen Haus» ernst zu nehmen und die Beleidigungen unter anderem gegenüber der Schweiz und einzelner Regierungsmitglieder einfach stoisch zu ertragen. Donald Trumps Erdendasein als mächtigsten Mann dieses Planeten ist auszuhalten, wenn diese Neuauflage der «Muppet Show» als das genommen wird, was sie ist: Eine Unterhaltungsshow. Wahrscheinlich wird man nach Beendigung der Präsidentschaft von Donald Trump etwa das gleiche Fazit ziehen wie die beiden vom Zuschauer-Balkon aus nörgelnden, keifenden und destruktiven Alten, Charles Waldorf und Herbert Statler, in der «Muppet Show». Dann dürfte der eine der beiden Alten den andern Alten nach dem Ende der in seinen Augen geradezu grusligen Show fragen: «Wie fandest Du die Show?». Antwort: «Toll». Der andere: « Du fandest ja auch Trump toll.».

Die «Muppet Show»-Karawane ist nun wieder nach USA zurückgekehrt und wird ihr Unwesen von dort aus weitertreiben. The Muppet Show must go on. Politisch wird sich einstweilen im gelobten Land der Einwanderer nicht viel ändern. Aus sportlicher Sicht ist der Fokus nun in Richtung Fussball-WM-Endrunde in den USA, in Kanada und in Mexiko gerichtet. Am 11. Juni soll das fussballerische Grossereignis in Mexiko beginnen und am 19. Juli mit dem Finalspiel in den USA enden. Aufgrund des derzeitigen üblen nationalen und internationalen Hauens und Stechens, inszeniert durch Donald Trump und die ganze Trump-Administration, sieht die Welt dem WM-Ereignis eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Vorfreude wäre anders geartet. Doch soll sich die Welt durch diesen geschichtlichen Impakt nicht aus der Ruhe bringen lassen. So ist es sicher der falsche Weg, einen Boykott der WM-Endrunde zu erwägen, wie es zwei deutsche CDU-Politiker wegen des derzeitigen, unwürdigen Gerangels um Grönland fordern. Dass ausgerechnet aus Deutschland eine solche Verhaltensvariante in den Raum gestellt wird, erstaunt, gehört doch Deutschland mit glorreicher Fussball-Vergangenheit zu den Titel-Favoriten; und US-Präsident Donald Trump, der ein paar Tage vor dem Beginn der WM-Finalrunde ins Greisenalter von 80 Jahren übertritt, verfügt immerhin über deutsche Wurzeln!

Boykotte waren noch nie ein wirksames Heilmittel, auch nicht gegen Pest und Cholera. Die Fussballwelt soll die Kröte des Turnier-Austragungslandes USA einfach schlucken und belustigend mitverfolgen, wie sich Charles Waldorf und Herbert Statler in den Personen des hochbetagten Donald Trump und seines Temporär-Freundes und Mitläufers Gianni Infantino aus den Zuschauerrängen über ihre eigene Bedeutungslosigkeit nicht nur im Rahmen der Fussball-WM-Endrunde 2026 ärgern. Den beiden wäre zuzurufen, wie dies der Bär «Baloo» bereits im «Dschungelbuch» als Dauer-Rezept vorgeschlagen hat: «Versucht’s doch mit Gemütlichkeit».

Viola Amherds nachhaltiges Gesellinnenstück zur Sportorganisationsförderung

causasportnews.com – 6/2026, 21. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 21. Januar 2026) Die Bilanz ihres Wirkens war durchzogen, als Bundesrätin Viola Amherd als Regierungsmitglied vor ziemlich genau einem Jahr ihren Dienst als Sport- und Verteidigungsministerin per Ende März 2025 quittierte. Als Vorsteherin des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) agierte die heute 63jährige Walliserin eher glücklos; das Beschaffungsgeschäft von 36 Kampfjets «F – 35» fliegt der Ex-Verteidigungsministerin auch nach Beendigung ihrer Tätigkeit in der Landesregierung vor bald einem Jahr regelrecht um die Ohren. Der Vorgang «Kampfjets» wird die Schweiz auch noch in den nächsten Jahren bewegen. Viola Amherd hat sich als Mitglied der Landesregierung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das gilt auch mit Blick auf den organisierten Sport, mit dem die Ministerin einigermassen Mühe hatte. Ihr Gesellinnenstück lieferte die Juristin im Rahmen der nachhaltigen Sportorganisationsförderung ab. Viola Amherd verstand ihr Wirken im Sport insbesondere als Kampfplatz für die Sache der Frau. So entstand unter ihrer Ägide im Sportförderungsgesetz von 2011 eine Regulierung, die es in sich hat. Art. 32 des Gesetzes bildet die Basis für eine Bestimmung, die in der Sportförderungsverordnung, Art. 72d lit. b. Ziff. 3, konkretisiert wurde und die Vertretung der beiden (sic!) Geschlechter im Sport-Dachverband «Swiss Olympic» und seiner Mitgliedsverbände bestimmt: Im Leitungsorgan des Dachverbandes und der Mitgliedsverbände von «Swiss Olympic» müssen beide Geschlechter zu je mindestens 40 Prozent vertreten sein. Geschieht dies nicht, erfolgen teils massive Leistungskürzungen. Seit diese Bestimmung gilt (anfangs 2025) beherrscht die Sinnfrage bezüglich dieser Regelung, die auch «Lex Amherd» genannt wird, die Diskussionen. Letztlich geht es um viel Geld, denn der Bund überweist «Swiss Olympic» fast 40 Millionen Schweizer Franken jährlich, die grösstenteils an die Mitgliedsverbände des Dachverbandes weitergeleitet werden. Oder eben nicht oder nur zu Teilen, falls die eingeführte Geschlechterquote nicht eingehalten wird. Zu betonen ist, dass es konkret nicht um eine Frauen-, sondern um eine Geschlechterquote geht. Im angebrochenen Jahr wird alles noch viel komplexer, denn diese Quote als Vorgabe hat inzwischen die Breitensportvereine erreicht, gemeinhin als «Dorfvereine» oder Kleinstvereine bezeichnet. In deren Statuten müssen die Geschlechterquoten festgeschrieben werden, sonst könnten dereinst Kürzungen der Gelder aus dem «Jugend + Sport»-Topf drohen.

Frauen- oder eben auch Geschlechterquoten können zwar vorgeschrieben werden, doch harzt es in der Praxis meistens bei der Umsetzung. Es ist bereits eine Herausforderung im Ehrenamt, die Vakanzen in den Vorständen und übrigen Funktionen in den Vereinen zu besetzen. Die zwingende Forderung, Frauen in Sport-Leitungsgremien zu berufen, ist eine Sache, jedoch stellt sich dann oft die praktische Frage: Woher Frauen nehmen und nicht abwerben bzw. stehlen?

Wieweit die Vorgaben gemäss der gesetzlichen Regelung konkret erfüllt werden, ist kaum exakt nachprüfbar. Sportrechtsspezialist Jean Brogle schätzt, dass die 40%-Quote durch Frauen realistischerweise in den kommenden Jahren nicht erfüllt werden oder erfüllt werden können. «Insbesondere in typischen oder traditionellen Männer-Sportarten, wie Schwingen oder Kampfsportarten, dürften Frauen für die Einsitznahme in Leitungsgremien in Sportvereinen und -verbänden schwierig zu finden sein», vermutet Rechtsanwalt Brogle. «Es geht bei der Besetzung der Vorstandsposten in erster Linie um die Qualifikation und die Persönlichkeit der Person sowie die Bereitschaft, sich (ehrenamtlich) zu engagieren», konstatiert Brogle nüchtern. Mühe bei der Erfüllung der Geschlechterquote haben selbst populäre Verbände oder Vereine in den Domänen Fussball, Eishockey, Schneesport oder Tennis. Obwohl die Geschlechterquoten gemäss Gesetz nicht erfüllt würden, seien konkrete Leistungskürzungen bisher nicht bekannt geworden. «Unabdingbar ist jedoch, dass die Geschlechterquote in den Statuten der Verbände oder der Mitgliedsvereine festgeschrieben sind oder eine schlüssige Begründung mit Massnahmen zur Zielerreichung geliefert werden», sagt Sportrechtler Jean Brogle. «Swiss Olympic» setzt bei diesem brisanten Thema «Geschlechterquote» offenbar auf das Motivationsmittel «Zuckerbrot und Peitsche»: Die Mitgliedsverbände, welche die Geschlechterregelung eingeführt haben und brav befolgen, erhielten vom Schweizerischen Dachverband «Swiss Olympic» je einen Sonderbonus von 14’000 Franken…

Wie sieht nun die Rechtslage aus, sollte es bei der Befolgung oder Nicht-Befolgung der Sportförderungsgesetz-Regelung zu juristischen Auseinandersetzungen kommen? Jean Brogle sieht in dieser Hinsicht durchaus Kollisions-Potenzial der gesetzlichen Geschlechterquote in der Sportförderung in Bezug auf die verfassungsmässig garantierten Vereinigungsfreiheit (Art. 23 BV). «Dass die Schweiz keine Verfassungsgerichtsbarkeit kennt, hilft hier in dieser Frage», resümiert Brogle. «Gesetz ist Gesetz, auch wenn dadurch die Verfassung verletzt oder geritzt werden sollte», meint der erfahrene Sportjurist.

Heisse Fussball-News aus dem kalten Norden

causasportnews.com – 5/2026, 19. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 19. Januar 2026) Geht es um sexuelle Integrität im (organisierten) Sport, wird bisweilen das Trainer-Sportler(in)-Klischee bemüht: Der Trainer kommt den von ihm trainierten jungen Sportlerinnen oder Sportlern zu Nahe oder versteigt sich sogar zu Belästigungen. Der renommierte Hamburger SV (HSV), zuletzt in der Saison 2024/25 nach siebenjähriger Zweitklassigkeit in die Bundesliga aufgestiegen, beweist nun allerdings, dass auch andere Konstellationen im Reich der Triebe möglich sind.

Man werde sich von dem zuvor über den grünen Klee gelobten Sportvorstand Stefan Kuntz trennen, kommunizierte der HSV zum Jahreswechsel 2025/26. Der 63jährige Fussball-Manager verlasse den Klub «aus familiären Gründen», hiess es in einer Medienmitteilung. Das hörte sich so gut wie seltsam an, da in den letzten Monaten stets von einer Vertragsverlängerung zwischen Stefan Kuntz und dem Klub an der Alster die Rede war. Vor allem die Medien glaubten nicht so recht an diese Fakten-Darstellung aus dem familiären Bereich. Mit Recht, wie sich zeigen sollte. Schon bald wurde die Mutmassung erhärtet, es gehe um sexuelle Belästigungen zum Nachteil von mindestens zwei Mitarbeiterinnen des HSV, wie verschiedentlich berichtet wurde. Mit der Angabe familiärer Gründe sollte dem Sportvorstand ein ehrenvoller Abgang ermöglicht werden. Dieses Unterfangen ging also böse daneben, und die Öffentlichkeit erfuhr, wenn auch nicht aufgrund klarer Fakten, Heisses aus dem kalten Norden Deutschlands. Bis heute ist allerdings unklar, was sich im Hamburger «Volksparkstadion» und allenfalls in der Umgebung der Sportstätte an Unappetitlichem genau ereignet hatte. Stefan Kuntz bestritt schon einmal alle Gerüchte bezüglich des Belästigungsvorwurfs und nannte sie «unwahr». Was allerdings unwahr sein soll, ist ein grosses Geheimnis. Zupfte der Sportmanager Frauen an den Höschen oder erfolgten gar Griffe unter deren Röcke? – Nobody knows, zumindest bis jetzt nicht. Nachdem sich der HSV des sportlich erfolgreichen Sportvorstands entledigt hatte, traten, wie das heute üblich ist, auf beiden Seiten Anwälte auf den Plan und verbesserten die Gesamtsituation bezüglich des Geschehenen auch nicht markant. Im Gegenteil. Stefan Kuntz soll übrigens bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine Anzeige wegen Stalking aufgegeben haben. Diese ist allerdings bereits wieder zurückgezogen worden, doch die Klärung der Umstände wird dennoch fortgesetzt. Eine solche Anzeige ist offenbar von Amtes wegen zu behandeln. Nun vertritt eine auf Medienrecht spezialisierte Anwaltskanzlei den Sportvorstand; im HSV soll in dieser Causa ein Heer von Juristen im Einsatz sein. Dies alles geschieht nur deshalb, weil unklar ist, was unter dem Terminus «sexuelle Belästigung» konkret verstanden werden soll. Wetten, dass auch dieses Geheimnis zeitnah gelüftet wird? Da nichts so fein gesponnen ist wie gewünscht, kommt alles, wenn auch nur scheibchenweise, ans Licht der Sonne. So funktioniert heute die Trilogie von Sport, Medien und Voyeurismus.

Olympia in der Schweiz – oder es steht jeder Tag ein Dummer auf…

causasportnews.com – 4/2026, 15. Januar 2025

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(causasportnews / red. / 15. Januar 2026) Nach 1928 und 1948 sollen in der Schweiz in zwölf Jahren wieder Olympische und Paralympische Spiele stattfinden; nicht wie anlässlich der beiden letzten Austragungen einzig in St. Moritz, sondern 2038 dezentral und im ganzen Land. Was wie eine Phantasterei einiger Unverbesserlicher erscheint, soll Tatsache werden, wie die Swiss Olympic-Präsidentin Ruth Metzler soeben der Öffentlichkeit mitteilte.  Ein «breit abgestützter Verein» (mit der Bezeichnung «Verein Switzerland 2038») bildet die Trägerschaft des Olympia-Projektes, das für die Initianten optimistisch erscheint, jedoch kaum zu realisieren ist.

Nach der neusten Olympia-Idee sollen die rund 120 Wettkämpfe in diversen Regionen der Schweiz ausgetragen werden. Das Vorhaben basiert auf bestehenden Sportstätten und wird von zehn Kantonen sowie 14 Gemeinden unterstützt. Die Eröffnungsfeier soll in Lausanne, nota bene am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), stattfinden; das IOK organisiert die Olympischen Spiele und ist Inhaberin aller Rechte an den Olympia-Wettbewerben. Womit die erste Klippe bei der Vergabe der Olympischen Spiele thematisiert und auch umschifft wäre. Üblicherweise und bis dato werden diese an Städte als Austragungsorte vergeben und nicht an Länder. Die Spiele in der Schweiz im Jahr 2038 würden also als Unikat von einem ganzen Land ausgerichtet. Als das Projekt «Olympia 2038» von der ehemaligen Bundesrätin Ruth Metzler vorgestellt wurde, erfolgten umgehend Schlussfolgerungen dergestalt, dass es dem IOK schwerfallen würde, überhaupt noch Austragungsorte für die Spiele zu finden. Die Vergangenheit zeigt, dass Olympische Spiele in Städten und Regionen kaum mehr auf ungeteilte Freude stossen. Fehlende Nachhaltigkeit, problematische, ökologische Erwägungen, überteuerte Projekte, usw. wurden contra «Olympische Spiele» ins Feld geführt. Böse Zungen behaupten, mit der Vergabe Olympischer Spiele sei es wie mit dummen Menschen: Jeden Tag würde zwar mindestens ein «Dummer» aufstehen, man müsse ihn nur finden. Das IOK hat diesen «Dummen» wohl gefunden: Die Schweiz, welche letztlich diese «Heimspiele» des IOK für den milliarden-schweren Verein mit Sitz in Lausanne organisieren und bezahlen soll.

Bezüglich des Olympia-Projektes 2038 muss als einschneidender Negativpunkt vorgebracht werden, dass die Schweiz (nicht ein Austragungsort oder eine Region) mit dem IOK augenwischerisch in einen «privilegierten Dialog», treten kann, was bedeutet: Wenn die Schweiz die Spiele will und die Voraussetzungen erfüllt, bekommt sie diese auch, ungeachtet anderer und weiterer Bewerbungen. Zu den Folgen vgl. das oben Gesagte.

Wenn die Schweiz die Bewerbung für 2038 konsequent anstrebt, wird sie die Spiele also erhalten und das IOK wohl von einer grossen Sorge befreien, nämlich keinen Austragungsort oder eine Austragungsstadt für die in zwölf Jahren stattfindenden Spiele zu finden (die am 6. Februar 2026 beginnenden Olympischen Winterspiele in Mailand und in Cortina d’Ampezzo weichen vom ursprünglichen Vergabemodus ab; so wäre es dann relativ exzessiv auch 2038). Olympia 2038 wären also «Heimspiele» des IOK, finanziert und organisiert von der Schweiz! Weshalb nun noch die Finanzen anzusprechen wären. Hierzu werden die «Olympia-Macher» aus der Schweiz wenig konkret. Letztlich müsste der Bund wohl über 200 Millionen Franken aufwerfen; es wird mit Gesamtkosten von 2,2 Milliarden Franken gerechnet. Da in der Bundeskasse Ebbe herrscht, dürfte das Projekt 2038 schon aus diesem Grund ein Papiertiger bleiben. Bekanntlich fallen solche Projekte bei der Bevölkerung regelmässig durch, vor allem, wenn es um nicht verfügbare Finanzen geht.

Star-Koch mit Hang zur Dekadenz setzt Klagegrund gegen die FIFA

causasportnews.com – 3/2026, 10. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 10. Januar 2026) Kaum jemand kennt den Star-Koch Nusret Gökce unter diesem Namen. Jedoch ist er vielen, vor allem Fussball-affinen Fans, unter dem Spitz- oder Künstlernamen «Salt Bae» («Salz-Schatz») bekannt. Der bald 43jährige türkische Gastronom und gelernter Metzger sorgte vor allem für Schlagzeilen, als er dem französischen Top-Spieler Franck Ribéry im Jahr 2029 in Dubai ein mit Blattgold angereichertes Ribeye-Steak servierte (vgl. auch causasportnews vom 24. November 2025; Causa Sport 2019, 112); 1200 Euro soll diese Extravaganz gekostet haben. Dank oder wegen sozialer Medien ging das Bild dieses kulinarischen Exzesses um die Welt. Nusret Gökce sorgte mit dekadenter Luxus-Gastronomie immer wieder für Schlagzeilen. Er war stets bestrebt, die Nähe zu prominenten Menschen, vor allem aus der Sport-Szene, zu suchen. So kam es auch, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino im Umfeld von «Salt Bae» gesichtet wurde, wie gepostete Fotoaufnahmen belegen.

Einigermassen verwundert nahm die Fussball-Welt anlässlich des WM-Finals am 18. Dezember 2022 in Katar (Weltmeister wurde Argentinien nach einem Finalsieg über Frankreich), zur Kenntnis, dass der zwischenzeitlich als Koch mit Hang zur kulinarischen Extravaganz bekannte Nusret Gökce im Rahmen der Siegerehrung den WM-Pokal in die Höhe stemmte und andeutete, diesen mit Salz zu bestreuen. Offensichtlich hatte es «Salt Bae» trickreich geschafft, nach dem WM-Finalspiel, das er auf Einladung des FIFA-Präsidenten im VIP-Bereich besuchte, auf das Spielfeld zu gelangen und bei den Sieges-Feierlichkeiten mitzuwirken. Er liess sich für ihn werbeträchtig sogar mit Lionel Messi ablichten. Diese Selbstinszenierung im WM-Finaltaumel fand dann die FIFA weniger lustig und recherchierte, wie dieses «Ambush Marketing» durch Nusret Gökce möglich wurde und dieser auf das Spielfeld gelangen konnte. Ersan Gökay, ein Deutscher FIFA-Mitarbeiter mit Wohnsitz in der Schweiz, soll von «Salt Bae» übertölpelt worden sein, damit sich dieser unter die feiernden Argentinier mischen konnte. Der Weltverband sanktionierte den Mitarbeiter danach arbeitsrechtlich. Dieser wurde depressiv, und die Ärzte schrieben ihn arbeitsunfähig. Schliesslich erhielt Ersan Gökay die Kündigung, weil die FIFA an seiner Arbeitsunfähigkeit zweifelte, was der Mitarbeiter vehement bestritt. Es kam, wie es in solchen Fällen kommen muss: Der letztlich ausserordentlicherweise gekündigte Mitarbeiter, der sich in diesem Fall als «Bauernopfer» sieht und seine Loyalität zur FIFA betont, zieht nun vor Gericht, wie der Weltverband entsprechende Medienberichte bestätigte. Demnächst wird sich das Zürcher Arbeitsgericht mit der Klage von Ersan Gökay gegen die FIFA wegen dieser in den Augen des Klägers ungerechtfertigten Entlassung befassen müssen. Beide Parteien, Ersan Gökay und die FIFA, sind wohl letztlich Opfer des eitlen Star-Kochs Nusret Gökce geworden. Oder auch diese anfängliche Freundschaft des FIFA-Präsidenten mit den umstrittenen türkischen Gastronomen «Salt Bae» hat nun ihren Preis.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

causasportnews.com – 2/2026, 7. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 7. Januar 2026) Politik und Sport weisen insbesondere zwei Parallelen auf: In beiden Domänen wird geschwätzt, was das Zeug hält. In der Politik ist dies etwa gleich verheerend wie im Sport; der einzige Unterschied zwischen Politik und Sport ist evident: Im Sport wird auch noch etwas getan, zumindest, und in der Regel weit mehr, i.S. von «disportare» (lateinisch, übersetzt: sich zerstreuen). Der erste Nachkriegs-Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (1876 – 1967), brachte es einst auf den Punkt, indem er zum Thema «Meinungsänderungen» in der Politik einmal gesagt haben soll: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?». Der charismatische Politiker, der am 5. Januar 2026 vor 150 Jahren geboren wurde und der durchaus selbstironische Züge aufwies, sprach dadurch vor allem das Windfahnen-Gebaren in der Politik an; er nahm sich selber nicht aus. Wer heute A sagt, darf morgen also durchaus B sagen. In diesem Zusammenhang soll sich der gebürtige Kölner komplementär auch einmal so artikuliert haben: «Es kann mich niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.».

Diese Worte Konrad Adenauers zur Meinungsänderung in der Politik erlebten eine Aktualität in einem Vorgang im Schweizer Fussball dieser Tage. Es ging um den renommierten Klub der Stadt Zürich, den FC Zürich (FCZ). Der 1896 gegründete Verein hat seine besten Tage längst hinter sich. Derzeit müht er sich in der obersten Spielklasse (Super League) ab, und seine Haupt-Ambition scheint zu sein, den Stadt-Rivalen Grasshopper Club Zürich, hinter sich zu lassen; was derzeit der Fall ist. Trainer und Sportchefs kommen und gehen im FCZ, und gegangen ist im letzten Dezember nach relativ kurzem Gastspiel als Sportchef, Milos Malenovic. Nicht nur bei der FCZ-Anhängerschaft hat man sich die Augen gerieben, als vom aktuellen Präsidenten des FC Zürich, Ancillo Canepa, im Herbst 2023 eben Milos Malenovic als Sportchef installiert wurde. Nicht nur, weil der gebürtige Serbe Spielervermittler ist und sich in seiner Funktion als Sportchef des FCZ permanent in Interessenkonflikten befand, wurde diese Personalie im Zürcher Stadtklub zum Rohrkrepierer. Der Präsident des FC Zürich war nach dem Abgang von Sportchef Milos Malenovic bestrebt, möglichst rasch einen neuen Sportchef präsentieren zu können. Weil ein Fehler erst ein Fehler ist, wenn man ihn zweimal begeht, engagierte Ancillo Canepa als neuen Sportchef des FCZ den … Spielervermittler Dino Lamberti! Bezüglich dieses Namens muss man wissen, dass im FC Zürich eine («schwarze») Liste geführt wird mit Namen von Personen, die im Fussball-Business engagiert sind, im Zürcher Klub aber als personae non gratae gelten. Weshalb Dino Lamberti den Sprung auf diese Liste schaffte, ist bekannt. Der 51jährige Spielervermittler mit italienischen Wurzeln und der FCZ gerieten vor Jahren wegen eines Spielers aneinander. Nie mehr ein Geschäft mit Dino Lamberti – so lautete danach das «Credo» des Stadt-Klubs. Wahrscheinlich hat sich nun der FCZ-Präsident Ancillo Canepa in der Not an den rührigen und besonnenen Spielervermittler erinnert – und ihn flugs, trotz «schwarzer Liste der personae non gratae», für den FC Zürich engagiert. Wahrscheinlich frisst der Teufel in der Not eben doch die sprichwörtlichen Fliegen. Oder der oft hilflos wirkende Präsident des Stadt-Klubs hat sich eben an die legendäre Äusserung von Konrad Adenauer erinnert, eben: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?». Oder nahm Ancillo Canepa lediglich eine Lagebeurteilung, wie sie im Militär gang und gäbe ist, vor: «Neue Lage, neue Lagebeurteilung»? Es könnten nun Wetten abgeschlossen werden, ob Dino Lamberti für den FCZ auch noch im Frühjahr tätig ist…

Umstrittene «Enhanced Games» sollen in Las Vegas stattfinden

causasportnews.com – 1/2026, 3. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 3. Januar 2026) Im Mai des soeben angebrochenen Jahres soll in Las Vegas ein ganz besonderer Sportanlass über die Bühne gehen: «The Enhanced Games», was ungefähr übersetzt werden kann mit erweiterten, verbesserten oder optimierten Spielen. Bei diesem Event soll die Verwendung von Dopingmitteln erlaubt sein. Die Veranstaltung setzt insbesondere eine Marketingidee um. Im Fokus steht die körperliche Leistungssteigerung und Langlebigkeit. Nicht zufällige treten in den Wettbewerben, bei denen Schnellkraft entscheidend ist, Gewichtheber, Sprinter und Schwimmer, und zwar gedopte und ungedopte Athleten, gegeneinander an. In den drei Sportarten ermöglicht Doping den grössten, sichtbaren Leistungsschub, der ideal vermarktet werden kann. Letztlich soll bei diesen Spielen die Idee des Jungbrunnens – die Quelle der ewigen Jugend und des ewigen Lebens – verkauft werden, weniger oder kaum geht es um den konventionellen Sport. Den Siegern winken happige Prämien von 250 000 US-Dollar. Weltrekorde, z.B. im 100 Meter-Sprint oder im Schwimmen auf der 50 Meter Bahn, werden mit je einer Million US-Doller belohnt.

Der Gründer und Haupt-Organisator der Spiele, Aron D’Souza, ein erfolgreicher, ehemaliger Schwimmer aus Indien, will mit den «Enhanced Game» die freie Verfügbarkeit von Athleten über ihre Körper ermöglichen. An den Wettbewerben im Mai in der Spielerstadt Las Vegas kommen deshalb die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nicht zur Anwendung. Aussen vor bleibt auch das Internationale Olympische Komitee (IOK), dessen angeblich korruptes System dem bald 34jährigen Aaron D’Souza ein Dorn im Auge ist. Fachspezialisten warnen vor den Gesundheitsrisiken von Dopingmitteln, die auch bei den «»Enhanced Games» eingesetzt werden können. Sie weisen etwa auf klare Zusammenhänge zwischen anabolen Steroiden (künstlich hergestellte Substanzen zur Zunahme von Muskelmassen) und Nebenwirkungen (z.B. hormonelle Störungen und Herzproblemen) hin. Die beiden britischen Forscher, Ian Boardley und Martin Chandler, räumen ein, dass vieles im Bereich des Dopings auf Beobachtungen basiert und nicht auf systematischen Langzeitstudien und sprechen im Zusammenhang mit den Spielen von einer «medizinischen Lotterie» (vgl. «Der Spiegel» vom 28. Juni 2025), was zum Austragungsort der Spiele, Las Vegas, passt.

Wer letztlich im Mai an den Spielen teilnehmen soll, ist noch nicht klar. Es könnten durchaus auch sehr valable Sportler an den Start gehen. Aus dem traditionellen Schwimmsport zurückziehen und an den «Doping-Spielen» teilnehmen will etwa der erfolgreiche britische Schwimmer Benjamin Proud. Dessen Ankündigung, in Las Vegas an den Start gehen zu wollen, löste in der Sportwelt einen Schock aus.  Kein Glück hatten die Organisatoren der Spiele auf der juristischen Ebene. Ein Bundesgericht in New York lehnte deren Kartellklage in der Höhe von 800 Millionen US-Dollar gegen die WADA, den Schwimm-Dachverband (World Aquatics), sowie den US-Schwimmverband (USA Swimming) ab. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die «Enhanced Games» wohl nur einmal, im Mai dieses Jahres, durchgeführt werden; falls die Marketingziele der Veranstaltung erreicht werden.

Abschied von 2025 – 2026 wird wohl alles besser!

causasportnews.com – 120/2025, 30. Dezember 2025

Die Anbiederungen des FIFA-Präsidenten – es könnte 2026 noch schlimmer kommen… (unbekannter Künstler)

(causasportnews / red. / 30. Dezember 2025) Derzeit wird zurückgeblickt, auf das Jahr 2025, das bald der Vergangenheit angehört. Nüchtern betrachtet war das zu Ende gehende Jahr ein eigentliches «annus horribile» (Schreckensjahr), so, wie Königin Elisabeth II. damals das für das britische Königshaus von Skandalen geprägte Jahr 1992 bezeichnete. Viel besser präsentierte sich das Jahr 2025 für die Welt auch nicht. Kriege, Unfrieden, Hass, Not, Elend, Negativa aller Art, beherrschten die Schlagzeilen. Der Mensch als die Krone der Schöpfung (ursprünglich 1. Buch Mose, Schöpfungsgeschichte) zeigte, zu was er eigentlich fähig ist. Irre Visionen und Schreckens-Szenarien haben sich 2025 erfüllt. Nicht nur im Ukraine- und im Gaza-Krieg. Praktisch täglich präsentierte sich die Welt als Tag der offenen Türe im Irrenhaus. Es war das Jahr, an dem senile und greise Machtmenschen – die Macho-Kultur erlebte in den  höchsten Sphären eine Renaissance – täglich ihre niedersten Instinkte auslebten und das internationale Recht, teils auch das eigene, nationale Recht, weitgehend ausser Kraft setzten; das Völkerrecht ist zum Scherz (ohne Anführungsstriche) verkommen. Polarisierungen oder soziale Differenzierungen statt konstruktives Zusammenwirken oder sozialer Zusammenhalt. Glücklicherweise ist dieses Medium, das Sie sich, verehrte Leserinnen und Leser, im Moment zu Gemüte führen, an sich unpolitisch, so, wie es der Sport gemeinhin ist, bzw. sein sollte. Doch der Sport hatte 2025 politische Dimensionen erlangt, wie noch nie zuvor seit den Olympischen Sommerspielen in Berlin 1936, die auch «Hitler-Spiele», missbraucht vom grossen Diktator für seine verbrecherischen Ideen und Zwecke, genannt wurden.

Seit die kriegstreibenden Russen nach dem Überfall auf die Ukraine weitgehend, aber nicht ganz, aus dem internationalen Sport ausgeschlossen sind, ist derzeit noch nicht klar, ob sich bspw. russische Biathletinnen und Biathleten an den bald beginnenden Olympischen Winterspielen in Italien («Milano Cortina» vom 6. – 22. Februar 2026) mit Ukrainerinnen und Ukrainern messen sollen; tendenziell eher nicht, geschossen wird in dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine schliesslich schon genug. In anderen Disziplinen, in denen nicht geschossen wird, sollen Russinnen und Russen allerdings unbelastet um Olympia-Gold kämpfen können. Das Russland affine Internationale Olympische Komitee (IOK) in Lausanne und das juristische Sprachrohr dieses Vereins, das Internationale Sport-Schiedsgericht (TAS), ebenfalls in Lausanne, machen es möglich. Israel, das Gaza in Schutt und Asche gebombt und geschossen hat, soll nun, so fordert es teils die Schweizer Politik, aus dem Weltfussballverband (FIFA) mit (noch) Sitz in Zürich ausgeschlossen werden. Apropos FIFA: Der Weltverband hat 2025 dafür gesorgt, dass der Sport seine politische Unschuld definitiv verloren hat. Die irre Show anlässlich der Auslosung der Gruppenspiele zur Fussball-WM-Endrunde 2026 in Washington und die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an Donald Trump hat sogar die Mitglieder der FIFA, die nationalen Verbände, irritiert. So sagte es der neue Präsident des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), ein Mann mit Weitblick in der Fussball-Szene, Peter Knäbel, in einem Interview deutlich: «Und dann gab es diese Preisverleihung mit dem Friedenspreis für Donald Trump. … Es ist schwierig, nach dieser Veranstaltung zu sagen, dass Sport und Politik zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe sind und nichts miteinander zu tun haben sollen. Das wird in Zukunft jedem und jeder vorgehalten werden, der etwas anderes behauptet. Die Bilder sind jetzt in der Welt. Für mich war die Gewichtung nicht sportgerecht. An einem Tag, an dem es um Fussball gehen sollte.» («Blick» vom 29. Dezember 2025). Die peinliche Übergabe des Friedenspreises durch FIFA-Präsident Gianni Infantino an den US-Präsidenten wird wohl als das Negativ-Ereignis in die Sport-Chronik 2025 eingehen. Oder wie die «Bild»-Zeitung die Anbiederung des FIFA-Präsidenten gegenüber dem US-Präsidenten in Washington sah: «Ein Moment zum Fremdschämen: Trump hängt sich bei der Gruppenauslosung … selbst eine goldene Medaille um. Die FIFA hat ihm den eigens geschaffenen Friedenspreis verliehen, vor allem für seine Verdienste um die Beendigung des Gaza-Krieges. Die Anbiederung von FIFA-Boss Gianni Infantino an Trump lässt für die WM Schlimmes ahnen.» («Bild am Sonntag», 28. Dezember 2025). Was Donald Trump angeht, der zu Lasten von Europa mit Wladimir Putin paktiert, brachte es das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in einer Titelgeschichte unter dem Titel: «Zwei Schurken, ein Ziel» («Der Spiegel», 12. Dezember 2025) auf den Punkt. Das musste ja von der FIFA mit einem Sport-Friedenspreis gewürdigt werden. Immerhin hat der US-Präsident keine Menschen umbringen lassen…

So verabschieden wir nun das (Sport-)Jahr 2025 und sind überzeugt, dass 2026 mit den internationalen Schwerpunkten Olympische Winterspiele und Fussball-WM-Endrunde in den Vereinigten Staaten, in Kanada und in Mexiko besser wird. Oder bestehen Zweifel? Hoffen wir jedenfalls auf ein «annus mirabilis» (wundersames Jahr). Ab und zu geschehen bekanntlich Wunder, auch wenn sie immer seltener Realität werden.

Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser von «causasportnews» wünschen wir jedenfalls nur das Beste im neuen Jahr!

                                                                                                       Redaktion «causasportnews»

Pleite-Staaten und ihr wertungsfreier Umgang mit dem Sport

causasportnews.com – 119/2025, 27. Dezember 2025

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(causasportnews / red. / 27. Dezember 2025) Ein Gespenst gehe um in Europa, mit dieser Nachricht schockten 1848 Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest die Welt; und meinten damit das Gespenst des Kommunismus, dem huldigten. Vor der kommunistischen Bewegung fürchtete sich das Establishment. Karl Marx und Friedrich Engels wollten mit diesem angeblichen Märchen vom Kommunismus-Gespenst auf sarkastische Weise mit Irrmeinungen aufräumen und redeten der kommunistischen Bewegung auf diese Weise das Wort. So sollten sich die Proletarier aller Länder gegen den Kapitalismus vereinigen, und vereint würden sich die Schwachen als mächtig erweisen. So Karl Marx (1818 – 1883). Und dann also auf zum Klassenkampf – Bourgeoisie (Kapital) gegen Proletariat (Arbeiterklasse) und umgekehrt!

An jene Zeiten des Klassenkampfes fühlt sich die Menschheit heute aktuell erinnert. Derzeit herrschen in Staaten und Gesellschaften Blockbildungen oder der Kampf der Pole vor. Beispielsweise links gegen rechts, Super-Reiche gegen den Rest der Welt, Theisten gegen Atheisten, usw. Konsensbildungen in Staatsgefügen sind praktisch unmöglich geworden. Der Staat muss jedenfalls auffangen, was durch die Thesen- und Antithesen-Bildungs-Resultate in Form von Synthesen verunmöglicht wird. So kam und kommt es, dass Staaten heute immer mehr zu Pleite-Gebilden verkommen. Statt über andere Ertragsmöglichkeiten als Steuern zur Finanzierung der Staaten nachzudenken (was durchaus möglich wäre), ist, wenig innovativ, Sparen angesagt! Die Verteilung und Umverteilung von Ressourcen und insbesondere von Geldern (Kapital) ist angesagt. Ähnlich und sogar die identische Thematik, die Verteilung und Um-Verteilung des Kapitals, war zu den Zeiten von Karl Marx und Friedrich Engels en vogue. Dass die Mitglieds-Staaten der Europäischen Union (EU) vom Spar-Thema beherrscht werden, ist noch einigermassen nachvollziehbar. Die Mittel reichen nirgends mehr hin, die Begehrlichkeiten wachsen und die Aufgaben der Staaten lassen sich offensichtlich nur noch durch Schuldenwirtschaft erfüllen. Kein Wunder, dass die EU alles daran setzt, um die Schweiz, der vermeintlich solvente Staat, als potente Mit-Zahlerin in den kontinentalen Staatenbund aufzunehmen (aktuell im Rahmen des derzeit vieldiskutierten sog. Vertragspaketes «Bilaterale III»).

Einigermassen erstaunt und auch geschockt wird in der Schweiz derzeit zur Kenntnis genommen, dass auch in diesem Staat und in diesem Land, in dem bekanntlich Milch und Honig fliessen, gespart werden soll wie kaum je zuvor. Die Schweiz scheint ziemlich pleite zu sein! Die Regierung ist gehalten, Sparpläne vorzulegen, welche im Verlaufe dieses Monats im Parlament geradezu seziert wurden. Sparen ja, aber möglichst bei den andern und anderweitig, lautet das Motto dieser an den klassischen Klassenkampf erinnernden Auseinandersetzung. Das Spiel der Interessenvertreterinnen und -vertreter orientierte sich an den oben dargelegten Grundsätzen, also links gegen rechts, usw. Für einmal scheint der Sport allerdings über einen Ausnahmestatus zu verfügen, der von links bis rechts getragen wird. Sich beim Sport für Mittel-Kürzungen stark zu machen, sorgt allgemein für keine gute Stimmung – auch nicht beim Stimmvolk, welches für die Wahl der Parlamentarierinnen zuständig ist. Die Regierung schlug vor, in den nächsten drei Jahren Sportfördergelder von über 50 Millionen Franken zu kürzen. Ein chancenloses Unterfangen. Der Sport geniesst partei- und ideologie-übergreifend derart viel Goodwill, dass beschlossen wurde, Sportfördergelder auch in den nächsten drei Jahren sprudeln zu lassen. Die von der Landesregierung vorgesehene Halbierung der Beiträge an internationale Sportanlässe hatte im Parlament keine Zustimmungs-Chance (vgl. zur Förderung des Breitensports auch causasportnews vom 21. September 2025). Inwiefern es jedoch Sinn macht, z.B. das berühmte Golfturnier von Crans-Montana, an dem Preisgelder in der Höhe von drei Millionen Franken (!) ausbezahlt werden, weiter zu subventionieren, bildet ein Rätsel, das von den Bundes-Politikerinnen und -Politikern im Rahmen der allgemeinen Sparwut noch nicht gelöst werden konnte. Klar ist jedoch, dass der Sport apolitisch, wertungsneutral und frei von Ideologien und Weltanschauungen ist. Er ist demnach prädestiniert, alle staatlichen Sparanstrengungen zu überstehen sowie Links- und Rechtsgräben zu überwinden. Offenbar ist einzig der Sport in der Lage, polarisierende Konsensbildungen im politischen Kontext zu verhindern.