„E-Sport“ – Mit Händen gespielter Fussball

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Game Controller: Wer hier keinen Fussball erkennen kann, hat E-Sport nicht verstanden…

(causasportnews / red. / 1. April 2018) Die Digitalisierung des Lebens macht auch vor dem Sport nicht Halt. Seit langer Zeit dient der Computer insbesondere als Mittel zum Zweck und wird im Rahmen des Sports vielfältig eingesetzt. So weit, so klar. Nun ist der Computer im Sport aber auch markant Selbstzweck geworden; was insbesondere den Fussball anbelangt, ist ein spezieller Trend auszumachen: „E-Sport“ heisst das Zauberwort, das die Vereinslandschaft künftig verändern und prägen könnte (vgl. hierzu auch „Causa Sport“ 2/2017, 119 ff.). “E-Sport“ ist an sich nichts anderes als ein Sportwettkampf – z.B. ein Fussballspiel –, der elektronisch, also mit den Händen am Computer, ausgetragen wird. Um „E-Sport“ ist bereits ein Glaubenskrieg ausgebrochen – vor allem, weil in diesem Segment ein gigantisches Marktpotential steckt. Die Vorfrage stellt sich grundsätzlich: Ist „E-Sport“ überhaupt Sport? Weiterlesen

Vorsicht bei «Olympia»!

(causasportnews /red. / 28. März 2018) Mit den Termini „Olympische Spiele“, „olympisch“, „Olympia“ usw. ist nicht zu spassen, wie die „Neue Zürcher Zeitung“ zu berichten weiss („NZZ“ vom 27. März 2018). Gemäss dem Blatt trug sich in Frankreich folgendes zu: Ein im Bordelais tätiger Winzer wurde kürzlich für seinen exzellenten Wein ausgezeichnet, woraufhin der Mann sich zu einem freudvollen Kommentar auf seiner Facebook-Seite hinreissen liess. Es sei demnach unnötig, nach Pyeongchang zu gehen, um eine Goldmedaille zu gewinnen, schrieb er. Das brachte ihm umgehend eine Abmahnung seitens des „Comité national olympique et sportif français“ ein. Die alleinigen Rechte an den Markennamen „Olympische Spiele“, „olympisch“ sowie verwandte Begriffe liege beim Comité, wurde ihm beschieden – will heissen: Die Verwendung dieser und ähnlicher Begriffe ist unzulässig. Der kommunizierte Satz mit den Termini „Pyeongchang“ und „Goldmedaille“ dürfte allerdings kaum geschützt sein, deshalb erfuhr die „Tat“ des wackeren Winzers auch keinerlei Weiterungen. – Obwohl

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Chalet «Olympia» im Wallis: Ob hier wohl auch mal eine Abmahnung droht?

ebenfalls klar, aber juristisch etwas delikater, präsentierte sich die Lage bei einem Fall, der im Dezember letzten Jahres das Oberlandesgericht München beschäftigte. Dieses erkannte letztlich, dass die Verwendung des Begriffs „Bauernhofolympiade“ kein Verstoss gegen das in Deutschland in Kraft befindliche Olympiaschutzgesetz (OlympSchG) darstelle und nicht geeignet sei, eine Verwechslungsgefahr entstehen zu lassen oder einen unlauteren Nutzen zu erzeugen. Die Klage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wurde jedenfalls abgewiesen (vgl. dazu auch das publizierte und kommentierte Urteil des Oberlandesgerichts München vom 7. Dezember 2017 in „Causa Sport“, 1/2018). Die Moral der Geschichte: Mit Bezeichnungen rund um „Olympia“ ist nicht zu spassen – was ein Eigentümer eines Chalets in einem Walliser Ferienort schon vor Jahren nicht gross zu kümmern schien; er gab seinem Haus den Namen „Olympia“ und setze die Jahreszahl „1972“ dazu. In jenem Jahr fanden die Olympischen Winterspiele in Sapporo statt. Zufälligerweise baute der Walliser in diesem Jahr auch sein Haus. Damals war allerdings die Olympia-Vermarktung noch kein grosses Thema.

Deutscher Fussball: „50+1-Regel“ bleibt

50+1(causasportnews / red. / 26. März 2018) Sie besteht seit Jahren, und sie wird regelmässig diskutiert, kritisiert, (rechtlich) in Frage gestellt, aber immer wieder bestätigt: Die „50+1-Regel“ im deutschen Professional-Fussball, die besagt, dass ein Verein über die Stimmenmehrheit an einer Fussball-Kapitalgesellschaft, die im Rahmen der Deutschen Fussball-Liga (DFL) am Meisterschaftsbetrieb teilnimmt, verfügt. Mit der Regelung sollen Einflüsse von Investoren, die sich an Kapitalgesellschaften beteiligen, unter Kontrolle gehalten werden; geschützt werden soll vor allem die Integrität des Sports. Es wird unter sportlichen Gesichtspunkten als gefährlich betrachtet, wenn z.B. zwei Klubs, die vom selben Investor beherrscht werden, in einem Wettbewerb aufeinander treffen, weil so Absprachen durchaus möglich wären (vgl. auch „Multiple Club Ownership“: Urs Scherrer / Remus Muresan / Kai Ludwig, Sportrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, 232 f., sowie betreffend „50+1-Regel“ in der gleichen Publikation, 386 f.; vgl. auch causasportnews vom 27. Juli 2017). Überrascht Weiterlesen

Kampf gegen „technisches Doping“ intensiviert

300px-cycling_28road29_pictogram-svg (causasportnews / red. / 23. März 2018) Der Radsport ist besonders betrugsanfällig. Bei unlauterem Verhalten steht dabei meistens der Mensch, die Radsportlerin oder der Radsportler, im Zentrum von Verdächtigungen und Skandalen. In der Regel geht es im Radsport und bei Betrügereien in dieser Sparte um Doping. Doch seit einigen Jahren ist eine neue Dimension des Sportbetrugs offenkundig geworden. Die Manipulation bezieht sich dabei auf das verwendete Sportgerät und nicht mehr nur auf den Menschen. Das im Rahmen des Rennrades versteckt eingebaute Motörchen ist zwischenzeitlich so bekannt geworden wie die früher in Boxhandschuhen verpackten Hufeisen. Besonders betroffen sind der Mountainbike- und der Cross-Sport, aber es soll auch schon Manipulationen bei Strassenrennen und im Bahnsport gegeben haben. Weiterlesen

Die (weitreichenden) Folgen eines Verbrechens

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copyright: Ben Rijks

(causasportnews / red. / 22. März 2018) Kurz vor Weihnachten 2017 begann der Prozess gegen einen 28jährigen, aus Russland stammenden Mann, der mit drei Sprengsätzen gegen den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. April 2017 versuchte, indirekt die Aktienkurse des börsenkotierten Fussball-Unternehmens zu manipulieren (vgl. auch causasportnews vom 28. Dezember 2017). Wie durch ein Wunder wurde ein einziger Spieler, Marc Bartra, verletzt, starke Beschädigungen erfuhr der Bus. Der Täter, der dank eines aufmerksamen Fussball-Fans und Betrachters des Börsengeschäfts rasch verhaftet werden konnte, ist im Grundsatz geständig; seit Ende des letzten Jahres versucht das Landgericht Dortmund, die Hintergründe der Tat und die Motive des Täters zu eruieren. Das Gericht wird demnächst entscheiden müssen, ob der Angeklagte wegen versuchten Mordes aus Habgier in 28 Fällen zu verurteilen und entsprechend zu bestrafen ist. Der Prozess in Dortmund zeigt auch die weitreichenden Folgen einer derartigen Tat, die ein Verbrechen und, nicht wie zuerst befürchtet, ein Terroranschlag war, auf. Müssig festzuhalten, dass die Attacke auf den Mannschafts-Bus für die damals im Fahrzeug sitzenden Spieler und Funktionäre ein Schockerlebnis war, Weiterlesen

Eine Vermittler-Geschichte, wie sie das Leben schreibt

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Christian Heidel (2015): Vermittelt oder nicht vermittelt? (Bild: Gert Zander)

(causasportnews / red. / 19. März 2018) Sport(ler)-Vermittler gehören, um es zurückhaltend auszudrücken, zu einer relativ schillernden Berufsgattung. Sie nennen sich oft auch Agenten, Berater oder Manager, doch die Zielrichtung der Aktivitäten ist immer dieselbe. Es geht in der Regel um die lukrative Vermittlung von Sportlern, Trainern oder Personal für die Vorstandsfunktionen in Klubs – auch wenn zahlreiche dieser Protagonisten in der Regel durchwegs ebenfalls weniger lukrative Management-Funktionen ausüben (zur Unterscheidung zwischen Sportlervermittlung und -management vgl. etwa Urs Scherrer / Remus Muresan / Kai Ludwig, Sportrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, 307 ff.). Wer vermittelt macht, wenn es klappt, meist den grossen Reibach. Das hört sich einfach an, ist in der Praxis aber oft kompliziert, vor allem dann, wenn der Sachverhalt unklar oder umstritten ist: Wer hat wann wen an wen vermittelt? Hat der Betroffene überhaupt vermittelt oder sich nur in einen Vorgang eingemischt? Wer hat welchen Auftrag erteilt? Ist eine Gelegenheits- oder eine Abschlussvermittlung vereinbart worden? – Solche und ähnliche Fragen stellen sich oft dann, wenn Vermittlungsprovisionen geltend gemacht werden.

Ein Lehrbuchbeispiel im Vermittlungsrecht wird derzeit am Landgericht in Mainz präsentiert: Geklagt auf Bezahlung einer Provision von einer halben Million Euro hat der in der Fussballbranche als „bunter Hund“ bekannte Schweizer Spielervermittler Giacomo Petralito; Beklagter ist Christian Heidel, derzeit Sportvorstand von Schalke 04. Der Vermittlungsvorgang, der nach Auffassung des Schweizers mit sizilianischen Wurzeln eine Provision ausgelöst haben soll, geht auf den Wechsel vom damaligen Mainz-Manager Christian Heidel zu Schalke 04 vor zwei Jahren zurück. Giacomo Petralito behauptet, er hätte diesen Wechsel, der die verlangte Provision ausgelöst habe, vermittelt, Christian Heidel bestreitet dies. Wie oft bei solchen Vorgängen ist der Sachverhalt umstritten; einzig gesichert soll sein, dass seitens Schalke 04 schriftlich dargelegt worden sei, dass für den Wechsel vom Verein keine Provision bezahlt würde. Kontakt hatten Giacomo Petralito und Christian Heidel damals offenbar in für das Vermittlungsgeschäft typischer Weise. Der Schalke-Sportvorstand berichtete am Landgericht Mainz, an dem der Prozess hängig ist, dazu folgendes: „Ich kenne diesen Herrn überhaupt nicht, hatte ihn einmal 15 Jahre vorher getroffen. Und da fällt er mir um den Hals und fragt, wie es meiner Familie gehe“. Giacomo Petralito führte aus: „Herr Heidel hat mir eine SMS folgenden Inhalts geschickt: Giacomo, sollte das tatsächlich mit Schalke 04 klappen, werde ich das finanziell in Ordnung bringen“. Der Prozess wird anfangs Mai fortgesetzt, nachdem Giacomo Petralito einen Vergleichsvorschlag des Gerichts über 126 000 Euro abgelehnt hat. Nach wie vor will er 500 000 Euro. Weil offensichtlich keinerlei Schriftlichkeiten in dieser „Causa“ existieren, liegt die Beweislast nun bei Giacomo Petralito, wie das Gericht bereits darlegte. Der Schweizer wird den Beweis dafür liefern müssen, dass ein Vermittlungsgeschäft vereinbart worden ist und im Falle eines Wechsels von Christian Heidel zu Schalke 04 eine Provision in der verlangten Höhe vereinbart worden war. Ein ganz gewöhnlicher Vorgang also, aber eine Vermittler-Geschichte, wie sie das Leben schreibt.