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«On» oder «Künzli» – mit welchen (Sport-)Schuhen läuft es sich besser?

causasportnews.com – 31/2025, 3. April 2025

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(causasportnews / red. / 3. April 2025) «Adidas» und «Puma», das waren jahrzehntelang die Flaggschiffe des internationalen Sport-Schuhgeschäftes. Hinter den beiden Marken standen die deutschen Unternehmer Adolf («Adi») Dassler (1900 – 1978) und Rudolf Dassler (1898 – 1974), welche zuerst vereint, danach im Streit getrennt den Sportartikelmarkt und insbesondere das Geschäft mit den Sport-Schuhen revolutionierten. Die Fussball-WM-Endrunde 1954 in Bern brachte «Adidas» an die Spitze dieses Marktes. Es war dies der Anfang der Erfolgsgeschichte der Schuhe mit den fünf Streifen. Das WM-Finalspiel vom 4. Juli 1954 mit dem Sieg Deutschlands gegen die favorisierten Ungarn wurde zur Sternstunde Deutschlands nach dem verlorenen Krieg; das «Wunder von Bern» gilt heute noch als Höhepunkt der Sport-Geschichte Deutschlands. Seither sind «Adidas» und der Deutsche Fussball-Bund (DFB) geradezu symbiotisch aktiv. «Adidas» ist das Mass aller (Sportartikel)-Dinge; «Puma» bildet die «Nummer zwei» im Deutschen Schuh- und Sportartikelmarkt.

Adolf («Adi» genannt, weil man den Vornamen des «Führers» tilgen wollte) und Rudolf Dassler wirkten zu Beginn ihrer Aktivitäten zusammen in Herzogenaurach, im Ballungsraum von Nürnberg. Ein Streit um Brasiliens Spitzen-Fussballspieler Pelé (1940 – 2022) führte letztlich zum Zerwürfnis der beiden Brüder; die Unternehmung wurde aufgeteilt. Adi Dassler war «Adidas» (aus Adi und Dassler), Rudolf Dassler «Ruda» (aus Rudolf und Dassler), was nicht gerade zu einem Marketing-Schocker wurde: «Puma» klang schliesslich besser und wurde zur Weltmarke.

Für die Internationalität der Neuzeit im Bereich Sportartikel und Lifestyle steht seit wenigen Jahren die in Zürich ansässige Unternehmung «On», in der auch die Tennis-Ikone Roger Federer mitwirkt. Die Marke steht für hochwertiges Design und revolutionäre Entwicklungen im Bereich von Laufschuhen. Exorbitante Preise sichern hohe Margen und immense Gewinne für Roger Federer und Co. Weil in Vietnam und Indonesien produziert wird, steht «On» allerdings auch in der Kritik. Gewinne durch Ausnutzung billiger Arbeitskräfte passen eher nicht in die moderne, nachhaltig grün angelegte Lifestyle-Ideologie.- Diese Probleme kennt die Traditionsmarke «Künzli», welche vom Aargauer Schuh-Techniker Werner Künzli, der mit der Entwicklung und Produktion von Ski-Schuhen begann, eingeführt wurde, nicht. Sie existiert seit 1927, erlebte bis jetzt immer wieder Hochs und Tiefs und ist nun dank dem Zürcher Unternehmer Roberto Martullo nachhaltig gesichert. Der Ehemann von Magdalena Martullo – Blocher und Schwiegersohn von SVP-Übervater Christoph Blocher hat «Künzli» nicht nur kürzlich übernommen, sondern zukunftsgerichtet gerettet. Produziert werden die «Künzli»-Schuhe nicht in der Schweiz, sondern in modernsten Produktionsstätten in Albanien. Dank der Rettung dieser Marke durch Roberto Martullo wird das Traditionsunternehmen aus Windisch weiterhin qualitativ hochstehende, modische Schuhe für sportliche Belange sowie für den Medizinalbereich fertigen und vertreiben. Obwohl die beiden Unternehmungen «On» und «Künzli Swiss Schuh AG» in Ausrichtung und in quantitativer Hinsicht divergieren, ist der Wettbewerb mit dieser Fragestellung entbrannt: «Mit welchem Schuh läuft es sich besser»?

Roger Federer bleibt DER Säulenheilige

causasportnews / Nr. 1113/02/2024, 22. Februar 2024

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(causasportnews / red. / 22. Februar 2024) Da können vor allem die Deutschen Medien, vorab die «Bild»-Zeitung, gegen den zurückgetretenen Tennis-Star Roger Federer wettern und ihn herunterschreiben, wie sie wollen: Er bleibt DER globale Säulenheilige, ein Stylit (aus dem Algrierchischen stylos, Säule)! Nicht nur in der Schweiz wird «King Roger» als Volksheld und Schwiegermutter-Typ verehrt. Auch wenn der 42jährige Baselbieter nicht gerade als grosszügig und freigiebig bekannt ist, mag man ihm die knappe halbe Milliarde Schweizer Franken, die der 2024 vom aktiven Sport Zurückgetretene bis jetzt angespart hat, doch herzlich gönnen. Jetzt finden die Deutschen, die es derzeit in allen Sportarten schwierig haben, ihre Heldenverehrung mit Blick auf Sportlerinnen und Sportler an allen Fronten glaubhaft und pragmatisch zu praktizieren, Stylit Roger Federer sei getrieben von «ungewöhnlicher finanzieller Gier» – und überhaupt ein «Abzocker». Gründe für diese Vorwürfe sind nicht die unzähligen, lukrativen Werbeverträge, von denen der Basler auch nach dem Karrierenende profitiert und böse Zungen in der Auffassung bestärken, der Vorzeige-Schweizer wisse wohl kaum mehr selber, für wen und was er werblich in Erscheinung trete. Dass sich die Werbewirtschaft in einem besonderen Kosmos bewegt, ist hinlänglich bekannt. Etwa in dem Sinne, dass der Werbevertrag zwischen Roger Federer und der Pleite gegangenen Credit Suisse dem besten Tennis-Professional aller Zeiten nach wie vor jährlich angeblich eine Million einbringt. Doch dafür kann Roger Federer natürlich nichts.

So werden auch die Abzock-Vorwürfe am Schweizer abperlen wie Gekochtes sich in einer Teflon-Pfanne absondert. Es geht konkret um die Laufschuhe der Marke «On». Wie Roger Federer in dieses Projekt involviert ist, lässt sich nicht schlüssig sagen. Tatsache scheint jedoch, dass diese Schuhe im Billiglohn-Land Vietnam produziert und in den Absatzmärkten, vorwiegend in Europa, zu Höchstpreisen verkauft werden. Angeblich soll das Verhältnis Produktionskosten zu Absatzpreisen etwa bei 1: 10 liegen. Moniert wird, dass die «On»-Schuhe massive qualitative Mängel aufweisen würden. Wie in der heutigen Zeit üblich, ist dieses Thema geeignet, um die Moralkeule kräftig zu schwingen. Wobei fraglich ist, an welchen ethischen Massstäben und Vorgaben Sportschuhe mit Blick auf die Produktionskosten und die Absatzmöglichkeiten gemessen werden sollen. So ist es wohl auch nachvollziehbar, dass Roger Federer wegen seiner Involvierung ins «On»-Schuhprojekt nicht als Säulenheiliger gestürzt wird.