Schutz des Frauen-Skirennsports durch Geschlechtertests

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causasportnews.com – 93/2025, 7. Oktober 2025

(causasportnews / red. / 7. Oktober 2025) Wie bereits in anderen Sportarten üblich, müssen sich künftig auch Ski- und Snowboardfahrerinnen darauf einstellen, dass sie sich einem sog. «Geschlechtertest» unterziehen müssen, wenn sie Ski- und Snowboardrennen bestreiten wollen. Das hat der Internationale Skiverband (Fédération Internationale de Ski, FIS) mit Sitz in Oberhofen bei Thun beschlossen. FIS-Präsident Johan Eliasch bezeichnet die Entscheidung des Ski-Weltverbandes pro Geschlechtertests als «Eckpfeiler des Engagements der FIS für den Schutz des Frauensports». Der Verband will sicherstellen, dass sich die Bestimmung des Geschlechts einer Athletin auf wissenschaftliche Erkenntnisse und biologisch Fakten stützt. Was bedeutet: An Ski-Sportveranstaltungen sollen nur Frauen teilnehmen können, die einen einwandfreien Geschlechternachweis (als Frauen) erbringen können. Weibliche Athletinnen müssen demnach künftig einen sog. «SRY-Gentest» zur Bestimmung des biologischen Geschlechts bestehen. Konkret wird das Vorhandensein des SRY-Gens, das für die Entwicklung männlicher Hoden und Organe entscheidend ist, geprüft. Der Test bezüglich einer Frau gilt als bestanden, wenn die Prüfung das Resultat «weiblich» ergibt.

Die erfolgte Ankündigung der Geschlechtertests im Skisport hat kaum Negativ-Reaktionen bewirkt und zu keinerlei Kritiken geführt, was zeigt, dass die FIS nicht Diskussionen, Streitereien und Gerichtsverfahren rund um weibliche Akteurinnen im Sport, wie dies etwa in der Leichtathletik jahrelang der Fall war, dulden will. FIS-Präsident Johan Eliasch ist überzeugt, mit dieser Art von Geschlechtertests im Skisport einen fairen und transparenten Weg gefunden zu haben, um sicherzustellen, dass biologisch gesichert nur Frauen in Frauenkategorien starten. Die wissenschaftlich abgestützten Tests der FIS aufgrund biologischer Erkenntnisse scheinen zu keinen Diskussionen Anlass zu geben, was bedeutet, dass die vorgesehenen SRY-Gentests dank transparenter Ergebnisse geeignet sind, den Schutz des Frauen-Skisports zu ermöglichen. Somit wird undiskutabel sichergestellt, dass nur Frauen unter der Ägide der FIS zu Ski- und Snowboardrennen starten können.

Wird das Ende der «Tour de Suisse» eingeläutet?

causasportnews.com – 92/2025, 5. Oktober 2025

(causaportnews / red. / 5. Oktober 2025) Zwar boomt der Freizeit-Zweiradsport, doch der professionelle Radsport befindet sich auf einem absteigenden Ast, zumindest in der Schweiz. Kürzlich verlautete, dass die traditionelle Schweizer Rundfahrt «Tour de Suisse» (TdS) stark redimensioniert werde. Statt an acht Tagen wird die Tour der Männer ab 2026 in fünf Tagesetappen absolviert. Aufgewertet werden soll die TdS der Frauen. Diese Rundfahrt wird um ein Teilstück verlängert, von bisher vier auf fünf Einheiten.

Als die Verantwortlichen der TdS kürzlich diese Neuerungen verkündeten, befürchteten die Radsport-Fans Böses. Zwar ist seit einigen Jahren bekannt, dass die Rundfahrt, die seit 1933 ausgetragen wird und eine Unternehmenseinheit des Schweizerischen Radfahrer-Bundes (SRB), heute «Swiss Cycling», bildet, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat; doch, dass die Situation derart besorgniserregend ist, konnte nicht vermutet werden. Strassenrennen sind aktuell nicht mehr problemlos durchzuführen. Die Absperrung von Strassen bei hohem Verkehrsaufkommen, die Einschränkungen zum Nachteil des Gewerbes anlässlich der Durchfahrten der Rennfahrerinnen und Rennfahrer, Sicherheitsprobleme, usw., sind nur drei Gründe, welche die Durchführung von Radsport-Veranstaltungen auf Strassen und insbesondere durch Städte und Dörfer erschweren. In der Schweiz wurden diese Umstände beispielsweise auch anlässlich der in und um Zürich durchgeführten Radsport-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr manifest. Sponsoren sehen sich zudem mit dem Negativ-Faktor konfrontiert, dass die werblichen Möglichkeiten anlässlich der Durchführung von Strassen-Radsport-Veranstaltungen immer mehr eingeschränkt werden. So verliert die TdS für Sponsoren und Werbepartner der Veranstaltung immer mehr an Attraktivität. Die Zeiten, als Hunderttausende von Menschen an den Strassenrändern den Helden der Landstrassen zujubelten, sind längst vorbei. Aktuell ist das Fazit zur Kenntnis zu nehmen, dass die Gelder der Werbe-Supporter im Rahmen der TdS immer spärlicher fliessen. Dem SRB als Veranstalter der TdS muss der Vorwurf gemacht werden, dass die Vermarktung der Landes-Rundfahrt nicht immer optimal erfolgt ist. Es werkeln an diesem Traditionsprojekt auch seit Jahren immer die gleichen Leute in gleichen Seilschaften herum; neue Ideen sind nicht gefragt.

Aufgrund der angekündigten Redimensionierung der Landes-Rundfahrt ab kommendem Jahr muss in der Tat damit gerechnet werden, dass nun das Ende der «Tour de Suisse» eingeläutet worden ist. Die Schweizer Rundfahrt kann selbstverständlich nicht auf die selbe Stufe wie die grossen Rundfahrten Giro d’Italia, Tour d France und «Vuelta» (Spanien-Rundfahrt) gestellt werden. Die Schweizer Rundfahrt verfügt allerdings dennoch über ein Vermarktungspotential, das durchaus besser ausgeschöpft werden könnte. Allerdings ist derzeit niemand in Sicht, der diese Herkulesaufgabe zu übernehmen im Stande wäre oder dies tun möchte. Es stellt sich vor allem die Grundsatzfrage, wie in einem Strassenrennen Werbung effizient platziert werden kann – so, dass diese auch bei den Adressaten, die sich z.B. über abgesperrte Strassenabschnitte im Zuge von Rennen ärgern, positiv ankommt!

Wer darf an grossen Sportveranstaltungen teilnehmen und wer nicht?

causasportnews.com – 91/2025, 2. Oktober 2025

(causasportnews / red. / 2. Oktober 2025) In dieser chaotischen, regelrecht verrückt gewordenen Welt Veranstaltungen aller Art zu organisieren, wird immer mehr zur Herausforderung. Es stellt sich auch die Grundsatzfrage: Wer soll oder darf an solchen Events etwa der Unterhaltungsbranche teilnehmen, und wer entscheidet über die Teilnahme?

Zum Beispiel der Eurovision Song Contest der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Bezüglich der Teilnahme Israels an diesem Musik- und Gesangswettbewerb der EBU wird ein ganz neuer Weg beschritten. Anfang November sollen die EBU-Mitglieder per Onlinevoting darüber befinden, ob Israel vom Wettbewerb, der im kommenden Jahr zum 70. Mal ausgetragen wird, ausgeschlossen werden soll oder nicht. Israel hat sich den Unmut und den Zorn vieler Länder, auch von EBU-Mitgliedern, zugezogen, weil das Land einen brutalen, nicht zu rechtfertigenden Krieg im Gaza-Streifen (auch) gegen die Zivilbevölkerung, betroffen sind vor allem auch Frauen und insbesondere Kinder, führt und die Bevölkerung aus dem Land vertreibt. Massenmord, Volksvertreibung, Kriegsverbrechen vom Schändlichsten wird der Regierung Israels vorgeworfen; Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist mit internationalem Haftbefehl wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen zur Verhaftung ausgeschrieben. Dass er je festgenommen und vor Gericht gestellt werden könnte, wird kaum jemand ernsthaft in Erwägung ziehen. Weil vor allem die USA ihre schützenden Hände über Israel ausgebreitet haben und dies immer noch tun, tötet und vertreibt das Regime von Benjamin Netanjahu die Bevölkerung von Gaza unbehelligt weiter. Eine Ländervertretung Israels möchten viele EBU-Mitglieder deshalb nicht am Jubiläums-Gesangs-Wettbewerb am 16. Mai 2026 in Wien dabeihaben. Demokratisch soll nun also über den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest entschieden werden. Für den Ausschluss ist ein 75%-Mehrheit erforderlich.

Was heisst das für den Sport und künftige Gross-Veranstaltungen? Sollen Länder, die brutale Kriege führen und das Völkerrecht mit Füssen treten, ebenfalls von sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen werden? Was geschieht mit Ländern, deren Regierungen die Macht des Stärkeren zelebrieren und die Menschenwürde verletzen? Sollen sie vom organisierten Sport ausgeschlossen werden, sei es als Teilnehmer an Sportveranstaltungen oder als Veranstalter? Wie ist mit Ländern umzugehen, in denen Völkermord wie eine sportliche Disziplin gehandhabt wird, z.B. im Sudan? Diese und andere «vergessene» internationale Konflikte mit permanenten Gräueltaten vor allem an der Zivilbevölkerung sind glücklicherweise für den internationalen Sport irrelevant; deshalb manifestiert sich hier die Situation auch anders…Dass der Sport apolitisch sei, behauptet heute kaum mehr jemand ernsthaft.

«causasportnews» möchte bei diesen Fragestellungen nicht als «Schiedsrichter» oder als juristisches Gewissen oder sogar als Gralshüter von Moral im internationalen Kontext auftreten. Vielleicht erfolgt im Rahmen der EBU-Abstimmung bezüglich der Teilnahme oder Nicht-Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest 2026 ein Fingerzeig – auch für den Sport. On verra…

Immer mehr WM-Fussball: Und nun im Banne von 64 Mannschaften?

causasportnews.com – 90/2025, 30. September 2025

(causasportnews / red. / 30. September 2025) Im modernen Turnierfussball überschlagen sich die mathematischen Weisheiten der Funktionäre zusehends. Mehr Spiele anlässlich eines Turniers oder Turnier-Formats = mehr Geld. Vor der Weltmeisterschafts-Endrunde 2022 in Katar und an den WM-Endrundenturnieren zuvor bestritten jeweils 32 National-Teams insgesamt 64 Spiele. Im kommenden Jahr werden anlässlich der WM-Endrunde in den USA, in Kanada und in Mexiko 48 Mannschaften teilnehmen, und in 104 Spielen soll der neue oder alte Weltmeister (in Katar gewann Argentinien den WM-Titel) ermittelt werden. Im Jahr 2030 soll es nochmals einen Quantensprung absetzen, wenn es nach dem Willen von FIFA-Präsident Gianni Infantino geht, der sich in dieser Hinsicht kürzlich mit südamerikanischen Fussball-Funktionären auf die Erweiterung des WM-Turnier-Formates für 2030 geeinigt haben soll. Sechs Ausrichter (Argentinien, Paraguay, Uruguay, Spanien, Portugal und Marokko) sind vorgesehen, und weil es der Co-Veranstalter immer mehr sind (2030 wären es 6 National-Teams, welche für das Turnier gesetzt sind, weil ihre nationalen Verbände Co-Ausrichter sind), wird die Anzahl der Teilnehmer parallel dazu steigen. An der WM-Endrunde 2030 sollen also 104 Spiele ausgetragen werden. Das bedeutet erneut massiv steigende Übertragungs-Einnahmen (TV, etc.). So die Erwartungen der Fussball-Funktionäre.

Ein grösseres Angebot an WM-Endrundenspielen bedeutet allerdings für die fernere Zukunft nicht automatisch steil ansteigende Übertragungs-Entschädigungen. Ein grösseres Angebot an Spielen bewirkt nicht einfach so eine entsprechend höhere Nachfrage. 104 Spiele im Rahmen einer WM-Endrunde müssen zuerst verkraftet werden. Die Erweiterung des Teilnehmerfeldes auf 64 Mannschaften bedeutet auch nicht, dass die ganze Welt gebannt den kickenden, 64 Teams, die 104 Spiele austragen, zuschaut. Was im Schachsport eine unverrückbare Weisheit ist (im Banne der 64 Schach-Felder), bedeutet im Fussball nicht, dass der globale Fussball anlässlich einer WM-Endrunde nur noch im Banne der 64 teilnehmenden Mannschaften stehen wird. Mehr Mannschaften und mehr Spiele bedeuten eben auch viele unattraktive Partien. Bei 64 Teams heisst das zudem, dass fast ein Drittel aller dem Weltfussballverband  FIFA angehörende Mitgliedsverbände (211) an der WM-Endrunde präsent sein wird. Während die FIFA-Verbandsspitze seit geraumer Zeit Fussball-Turniere verschiedenster Art aufbläht (so die anachronistische «Klub-WM»), eben nach dem Motto: «Mehr Spiele – mehr Geld») wird diese Entwicklung vor allem seitens der Klub mit Sorge verfolgt. Seit Jahren wird die Intensität der Spielpläne kritisiert. Dies hat zur Folge, dass die Spieler immer weniger Erholungszeiten erhalten und deshalb auch die Verletzungsrisiken steigen.

Wie es weiter geht mit mehr Spielen und mit mehr Geld ist schwer abzuschätzen. Letztlich wird das Publikum entscheiden, wieviel Fussball es erträgt. Erst eine abnehmende Nachfrage nach dem Produkt Fussball wird zu einer Reduktion teilnehmender Mannschaften an bedeutenden Turnieren führen.

Fehlende Klarheit zum Todessturz von Muriel Furrer anlässlich der Rad-WM 2024

causasportnews.com – 89/2025, 28. September 2025

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(causasportnews / red. / 28. September 2025) Vor exakt einem Jahr wurde die Radsport-Welt von einem tragischen Fall erschüttert. In einem WM-Strassen-Rennen der U19-Juniorinnen in Zürich verstarb die 18jährige Schweizerin Muriel Furrer. Bei schlechten Witterungsverhältnissen kam die talentierte Fahrerin oberhalb von Küsnacht in einem Strassenstück, das durch einen Wald führte, von der Strasse ab und stürzte ins Unterholz, wo sie offenbar schwer verletzt während fast zwei Stunden liegen blieb, bis sie entdeckt wurde (vgl. dazu die diversen Meldungen auf causasportnews, zuletzt am 12. Mai 2025). Als man sie schliesslich fand, erfolgte umgehend der Flug mit dem Rettungshelikopter ins Zürcher Universitätsspital. Kurze Zeit später teilte der  Internationale Radsport-Verband (UCI) offiziell mit, dass Muriel Furrer an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas gestorben sei.- Nicht nur die Radsport-Welt war nach dieser Schreckensnachricht für einige Zeit gelähmt.

Kurz nach dem tragischen Unfalltod der jungen Sportlerin wurden die Ermittlungen in diesem Vorgang aufgenommen. Auch ein Jahr nach dem Unfall mit Todesfolge am 27. September 2024 ist unklar, wie und weshalb die hoffnungsvolle Jung-Athletin im Küsnachter Wald verstarb und weshalb sie nach dem Unfall derart lange Zeit unentdeckt blieb. Auf Nachfrage verschiedener Medien hat die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft mitgeteilt, die Untersuchung bezüglich dieses Unfalltodes sei noch nicht abgeschlossen. Für diese lange Dauer der Untersuchung hat kaum jemand Verständnis, und vor allem für die Angehörigen von Muriel Furrer ist dieser Zustand geradezu unerträglich. Der leitende Funktionär der Rad-WM 2024 in Zürich, Olivier Senn (u.a. auch Direktor der Schweizer Rundfahrt Tour de Suisse), lässt sich so zitieren: «Wir möchten zum tragischen Fall endlich Klarheit haben.» In der Tat ist diese Situation unbefriedigend und lässt zudem unnötigerweise Raum für Spekulationen.

Der Gerichtsvollzieher am Oktoberfest, Ruth Metzler mit «Swiss Olympic» im wirtschaftlichen Elend

causasportnews.com – 88/2025, 25. September 2025

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(causasportnews / red. / 25. September 2025) Wenn grundsätzlich wenig Freude herrscht, muss sie organisiert werden. Das ist in Deutschland, vor allem in München, seit 190 Jahren so. Dann wird auf der Theresienwiese in München das grösste und lustigste Volksfest der Welt gefeiert, und das heuer zum 190. Mal. Das Bier macht’s möglich. Das Oktoberfest ist eine durchorganisierte feucht-fröhliche Angelegenheit. Dabei sein ist alles, weshalb und warum auch immer. Wer etwas auf sich hält, vergnügt sich an diesem Anlass, der in diesem Jahr vom 20. September bis zum 5. Oktober stattfindet. Stars und Sternchen aus allen Sparten geben sich am Fest bei Bier, organisierter Fröhlichkeit und  Schunkeln ein Stelldichein. Gesehen und gesehen werden, heisst die Devise. Wer im «Traumschiff», bei «RTL Explosiv» oder im «Dschungelcamp» dabei war, ist auf der «Wiesn» anzutreffen. Ebenso die Top-Fussballspieler nicht nur des FC Bayern München. Zu diesem erlauchten Kreis gehört auch die Ex-Frau von Boris Becker, Lilly Becker, kürzlich dem «Dschungelcamp» entwachsen (vgl. causasportnews vom 19. September 2025). Aktuell gehört sie zu den Top-Stars in Deutschland, zwar leicht gequält lächelnd, aber immerhin, schaut sie nämlich vom Cover des neuen «Playboy». Keine Zweifel: Die ehemalige Ehefrau von «Bobele» hat sich aufgefangen. Den Beweis dafür hat sie kurz vor Beginn des Oktoberfestes geliefert. Da kreuzten am Eröffnungstag des Oktoberfestens in München im Festzelt «Wildstuben» ein Gerichtsvollzieher und zwei Polizisten auf und verlangten von Lilly Becker die Bezahlung von Schulden. Es soll sich um Rechnungen im fünfstelligen Betrag gehandelt haben. Forderungsgrund waren Schulden, welche aus einem verlorenen Verfahren von Lilly Becker gegen den Axel Springer Verlag resultierten. Lilly Becker, offensichtlich finanziell wieder besser in Form als auch schon, erledigte den Ausstand souverän per Sofortüberweisung. Sie war danach bereit, pünktlich um 12 Uhr das erste Bierfass im «Wildstuben»-Zelt anzuzapfen. Schulden bezahlt, alles wieder gut, so sah eine gutgelaunte Lilly Becker den Vorfall.

Weniger in Festlaune befindet sich die seit November 2024 als Präsidentin des Sport-Dachverbandes «Swiss Olympic» amtierende ehemalige Bundesrätin Ruth Metzler. Ihr bisher grösste Erfolg im Amt war die siegreiche Wahl ins höchste Sportamt der Schweiz vor zehn Monaten, als sie den ehemaligen CEO von Swiss Ski, Markus Wolf, aus dem Rennen warf. Seither ist in punkto Sport wenig von der ehemaligen Leichtathletin zu hören; anders als im Rahmen ihres unglücklichen Verwaltungsratsmandates bei der Genfer Privatbank «Reyl». Die Hoffnungen, die hochgelobte Netzwerkerin mit Polit- und Wirtschaftserfahrung würde die dringend benötigten Franken dank ihrer Beziehungen in die klamme «Swiss Olympic»-Kasse spülen, verpufften. Bis jetzt ging bei und mit ihr gar nichts in punkto Geld für den Sport. Ihr Lobbying ist nicht mehr als ein Scherz. Noch viel krasser: Die 61jährige Ruth Metzler befindet sich mit «Swiss Olympic» im wirtschaftlichen Elend und muss offenbar hilflos mitansehen, wie künftig die Bundesmittel für den Sport um Millionen gekürzt werden. Die Rede ist einstweilen von 17,4 Millionen Franken. Doppelt frustrierend mag es für politisch und wirtschaftlich hochgelobte ehemalige Bundesrätin sein, dass die drohenden Kürzungen beim Förderprogramm «Jugend + Sport» vom Tisch sind (vgl. causasportnews vom 21. September 2025). «Swiss Olympic» rutscht jedoch immer mehr ins wirtschaftliche Desaster.

Der Sparhammer schlägt zurück – keine Einsparungen bei Jugend + Sport – im Gegenteil!

causasportnews.com – 87/2025, 21. September 2025

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(causasportnews / red. / 21. September 2025) Als die Schweizer Landesregierung im Sommer ankündigte, die Bundesbeiträge beim Sport-Förderprogramm «Jugend + Sport» (J + S) würden ab kommendem Jahr um 20% gekürzt, setzte ein Sturm der Entrüstung ein. Zwar verhält sich der Bundesrat allgemein so, als wäre er das Exekutivvorgang einer maroden Unternehmung. Überall fehlt angeblich das Geld; tatsächlich wird das Geld an allen Ecken und Enden verschwendet. Oder «nicht adäquat» eingesetzt, wie man es beschönigend sagen könnte. Dass beim Kinder- und Jugendsport, der einen wichtigen Teil des Gesundheitswesens bildet, sogar massiv gespart werden solle, verstand in der Schweiz niemand und empörte die Bevölkerung (vgl. auch causasportnews vom 6. Juli 2024). Murrt das Volk und werden die Proteste immer lauter, steigen die Chancen, dass auch Unsinniges wieder geändert wird. Schliesslich brauchen Politiker das Volk, spätestens etwa bei Wahlen («Wahltag ist Zahltag»); so nun geschehen bei der J + S – Sportförderung. Die beiden Haupt-Verantwortlichen Bundesräte in dieser «Finanz-Causa», Bundespräsidentin Karin Keller Sutter sowie Sport- und Verteidigungsminister Martin Pfister vollführten einen veritablen Rückwärts-Salto und nahmen die bekanntgegebenen Budgetkürzungen bei J + S zurück. Mit weisen Worten erklärte Bundesrat Martin Pfister vor den Medien: «Der Bundesrat anerkennt die grosse Bedeutung von Sport und Bewegung» (welche weltbewegende Erkenntnis!), führte der tapsige Magistrat aus. Wenn Martin Pfister und Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter am Werk sind, kann es in der Regel nur noch schlimmer kommen. Das ist auch bei diesem Vorgang bezüglich J + S nicht anders. Die angekündigten Budgetkürzungen im Kinder- und Jugendsport fallen jedenfalls dahin und sollen sogar noch erhöht werden; kein Scherz! Gespart werden soll nun bei Sportanlagen von nationaler Bedeutung. Ort wollen nun Karin Keller-Sutter und Martin Pfister den Sparhammer niedersausen lassen. Sportanlagen verfügen über wenig Attraktivitätspotential, und es wird sich kaum jemand darüber aufregen, wenn Sport-Infrastrukturen allmählich zerfallen (vgl. etwa die Beispiele in anderen Ländern Europas). Sportanlagen-Promotoren verfügen über keine Lobby, allenfalls die Profiteure der Bauindustrie, deshalb werden die Beitragskürzungen in diesem Bereich ziemlich oppositionslos hingenommen werden. Bundesrat Martin Pfister gab sich erstaunt darüber, dass dem Druck des Volkes nachgegeben werden musste. «Die Reaktionen (der Bevölkerung, red.,) haben gezeigt, wie gross die Anerkennung für J + S ist», gab sich der Sportminister erstaunt und geläutert. Oder «Heureka» nach Zuger Art (Martin Pfister stammt aus dem Innerschweizer Kanton Zug).

Boris und Lilly Becker: Raus aus dem Knast und runter mit den Hosen!

causasportnews.com – 86/2025, 19. September 2025

(causasportnews / red. / 19. September 2025) Die Medien und die Publizistik leben vom Sport genauso, wie der Sport, Sportlerinnen und Sportler von den Medien und der Publizistik leben. Jeweils kurz nach Beendigung grosser Sportveranstaltungen (so Olympische Spiele, Fussball-WM-Endrunden, usw.) werden die Regale der Buchhandlungen von dieser Art Literatur überschwemmt. Dann wird man gewahr, dass dieser Teil der Unterhaltungsindustrie funktioniert. Oft sind es aber auch Individual-Athletinnen und Athleten, die mit Büchern Unsterblichkeit anstreben. Im Moment fragt sich die globale Welt, wie das genau gewesen sein könnte mit Boris Becker im Gefängnis. Der nicht nur in Deutschland immer noch gefeierte, aktuell 57jährige Tennis-Star schafft es immer wieder, von sich Reden zu machen und die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zu lenken. Diese Popularität hat beim Deutschen eine hoch-willkommene Nebeneffekt: Die offenbar permanent klamme Privat-Schatulle kann gefüllt werden. «Bobele», wie die ehemalige Tennis-Grösse liebevoll genannt wird («Bobele» steht übrigens für Boris Becker Leimen), macht’s möglich. Das wird offenbar auch aktuell wieder angestrengt. Oder ist es ein reiner Zufall, dass gerade jetzt die Publikation «Inside: Gewinnen – verlieren – neu beginnen» von Boris Becker auf den Markt kommt? Geschrieben hat es zwar die Tennis-Legende nicht selber. Dieser kreative Teil des Buches, das z.B. überraschenderweise auch schon Vorschuss-Lorbeeren des «Spiegels» (in 37/2025) erhielt, wurde vom erfahrenen, britischen Ghostwriter Tom Fordyce, der bereits mehrere Autobiografien britischer Sportler und Ex-Sportler geschrieben hat, abgedeckt. Eindrücklich sollen die 352 Seiten sein, nicht nur bezüglich dessen, was Boris Becker nach der Verurteilung wegen Insolvenzdelikten während 231 Tage im britischen Knast erlebt hatte. News aus dem «Bau», wie es «Bobele» dort mit Schwerverbrechern ergangen ist und wie er sich (auch) in diesem Milieu Respekt verschafft hat, wird die Allgemeinheit zur Kenntnis nehmen können. Die Publikation bietet natürlich attraktive Unterhaltung, wie Ghostwriter Tom Fordyce betont. Ca. 35 Franken / 25 Euro kostet das Buch, das im Ullstein-Verlag erscheint. Es dürfte dazu angetan sein, dem ehemaligen Top-Sportler (auch) ein wenig pekuniäre Liquidität zu verschaffen.

Die Familie Becker ist eigentlich immer für Unterhaltung gut. Das hat auch Boris Beckers frühere Ehefrau Lilly Becker erfahren, nicht nur während der neunjährigen Ehe mit dem Tennis-Maestro (2009 – 2018). Nachdem um sie der Becker-Glanz in den letzten Jahren, vor allem nach der Scheidung, verblasste, war es für Lilly Becker wie das grosse Los, als sie in der 18. Staffel des RTL-Dschungelcamps haushoch obsiegte. Wer in dieser Sendung erfolgreich ist, braucht sich um die Zukunft keine Sorgen mehr zu machen. Also Bühne frei für den «Playboy», runter mit den Hosen (oder mit dem Höschen), was grosse Freude bereitet im Hochglanz-Magazin, in dem sich vor allem Schöne ohne Hemmungen ziemlich freizügig präsentieren dürfen. Für Lilly Becker war das «Playboy»-Angebot «der perfekte Kick-off für alles, was jetzt kommt», sagt die immerhin 49jährige Ex-Ehefrau von Boris Becker, die sich auf jeden Fall auch so, wie es im «Playboy» üblich ist, durchaus sehen lassen darf (auch wenn hier keine totale Nacktheit präsentiert wird; Fotografie muss schliesslich Kunst bleiben, wie es schon Michelangelo bei der Bemalung der Sixtinischen Kapelle in Rom vorgelebt hat). Das Rundum-Wohlfühl- und Sorglos-Paket für Lilly Becker scheint für die nächsten Jahre jedenfalls geschnürt zu sein.

Eine Neuauflage von «Boule de Suif» in der Geschichte der Zusatzzölle für Schweizer Güter in die USA?

causasportnews.com – 85/2025, 14. September 2025

(causasportnews / red. / 14. September 2025) Die unsägliche Geschichte dauert seit dem 7. August 2025 an – und ein Ende ist nicht abzusehen. An jenem Tag verlautete aus den USA, dass Amerika 39% Zusatzzölle für Exporte aus der Schweiz erheben werde (vgl. u.a. auch causasportnews vom 11. August 2025). Ein Schock für die Schweiz, der anhält. Wer trägt die Schuld an diesem Zoll-Desaster? In erster Linie natürlich der Schweizer Bundesrat, der beim amtierenden US-Präsidenten Donald Trump so richtig unter die Räder kam. Die Landesregierung, kaum unterstützt von einer willfährigen Bundesverwaltung, hat sich von diesem Tiefschlag nicht mehr erholt. Die sieben Regierungs-Mitglieder sind kaum in der Lage, dem ruppigen US-Präsidenten hier Paroli zu bieten. Bundespräsidentin Karin Keller – Suter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, können den von ihnen angerichteten Schaden mangels Potentials in allen Bereichen nicht mehr reparieren. Doch was machen, wenn die Hilflosigkeit Überhand nimmt, nichts mehr geht und doch ein ganzes Land Lösungen erwartet und fordert? Vielleicht hat sich nun Bundesrat Guy Parmelin in der Weltliteratur umgesehen und ist bei einem der berühmtesten Erzähler fündig geworden? Gab es nicht die Aufsehen erregende Geschichte über «Boule de Suif», zu gut deutsch als «Fettklösschen» bezeichnet? Eine rührige Novelle mit Herz-Schmerz-Potential, geschrieben von Guy de Maupassant, der von 1850 bis 1893 lebte, und der den gleichen Vornamen trägt wie der helvetische Wirtschaftsminister, was selbstverständlich alles nur Zufall ist….

Läuft das jetzt in der Bundeshauptstadt Bern so ab wie bei «Fettklösschen»? Es war nur eine kurze Mitteilung, die in den Medien erschienen ist. Wirtschaftsminister Guy Parmelin traf sich im Bundeshaus mit … Gianni Infantino, dem an sich eher unbeliebten FIFA-Präsidenten. Selbstverständlich verlautete nichts, was Inhalt dieses Gesprächs war oder hätte sein können, doch darf spekuliert werden, dass nun die Schweizer Landesregierung nach den letzten Strohhalmen greift, um den immobil gewordenen Zoll-Karren aus dem Wirtschafts-Dreck zu ziehen. Womit wir wieder bei der Geschichte von Guy de Maupassant mit «Fettklösschen» wären. Es braucht keine Imaginationskräfte, dass nun der FIFA-Präsident, dem eine grosse und maskuline Wirkung auf den US-Präsidenten nachgesagt wird, von Guy Parmelin motiviert worden ist, bei seinem Freund Donald Trump eine Senkung des Strafzolls von 39% zu erwirken. Gianni Infantino, ungeliebt von Politikern aller Schattierungen, nun als Vermittler für die Schweiz? Er wird es nicht machen, da er wissen dürfte, wie «Fettklösschen» damals geendet hat. So würde es wohl auch in dieser Neuauflage von «Boule de Suif» herauskommen…

Das Wandern ist des Schweizers und der Schweizerin Lust…

causasportnews.com – 84/2025, 11. September 2025

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(causasportnews / red. / 11. September 2025) Jetzt ist es offiziell: Der beliebteste Volkssport in der Schweiz ist das Wandern. Frau und Herr Schweizer sind 200 Millionen Stunden pro Jahr auf den helvetischen Wanderwegen, die zusammengelegt einmal um den Globus reichen würden, unterwegs. Die positiven Seiten dieser Wandereuphorie (grundsätzlich einfache Sportausübung, Bewegung an der frischen Luft, Förderung der Gesundheit, usw.) liegen auf der Hand. Speziell interessieren die Schweizerinnen und Schweizer allerdings die Negativ-Aspekte des Wanderns. Hier lassen sich gestützt auf die Datenbank des Schweizer Alpen-Clubs (ACS) sowie auf Erhebungen und Analysen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) teils überraschende Erkenntnisse gewinnen und aufschlussreiche Schlüsse ziehen.

Beim Berg- und Alpinwandern verunglücken im Schnitt pro Jahr 46 Wanderer tödlich. Im Jahr 2020 wurde ein Höchstwert von 68 Toten registriert. Verletzt wurden jährlich zwischen 20 000 und über 40 000 Menschen (berücksichtigt wurden die Jahre 2012 bis 2021); der Peak wurde bei den verletzten Personen ebenfalls im Jahr 2020 erreicht.

In welchen Regionen ereignen sich die meisten Todesfälle? Man wäre geneigt anzunehmen in den Bergkantonen (Wallis, Bern, Graubünden). Die meisten Wanderer kommen jedoch in der Zentralschweiz ums Leben. Der Grund dafür hängt mit zwei beliebten Wandergebieten im Herzen der Schweiz zusammen. Einmal ist die Mythenregion im Kanton Schwyz ein eigentlicher Wander-Hotspot. Von 2012 bis heute sind in dieser Region 19 Wanderer tödlich verunglückt. Auffallend viele Sportlerinnen und Sportler stürzten am Pilatus zu Tode. Seit 2012 bis heute wurden 16 tödliche Unfälle am Luzerner Hausberg registriert. Ausserhalb der Zentralschweiz ist als besonders gefährliche Region das Gebiet am Säntis und in der Nähe von Appenzell zu nennen: In der Alpsteinregion ist beim «Wildkirchli» und um das Berggasthaus «Äscher» ein gewaltiges Gefahrenpotential zu orten. Nach Geschlechtern verunglücken beim Wandern in den Bergen weit mehr Männer als Frauen; zwei Drittel aller Todesopfer sind Männer, was Experten vor allem darauf zurückführen, dass sich Männer eher selbst überschätzen als Frauen. Die meisten Bergunfälle geschehen beim Abstieg, und zwar meistens dann, wenn die Konzentration nachlässt. Von 2010 bis 2024 starben auf schweizer Wanderwegen 222 Wanderinnen und Wanderer aus dem Ausland. Schweizerinnen und Schweizer kamen in dieser Zeit 537 zu Tode. Die Ausländer, die in Flip-Flops das Matterhorn besteigen wollen, sind offenbar kaum mehr auszumachen.

Diverse Faktoren begünstigen Unfälle beim Wandern: Fehlendes Risikobewusstsein, Selbstüberschätzungen sowie falsche Einschätzungen, unzureichende Planung und Vorbereitung, ungenügende Fitness, mangelhafte Ausrüstung. Wenn diese Punkte beachtet werden, dürfte das Wandern weiterhin des Schweizers und der Schweizerin Lust sein.

(Quelle: Sonntags-Zeitung, Zürich, 7. September 2025, Analyse des Daten- und Interaktivteams von Tamedia, mit Hinweisen auf Analysen und Erhebungen des Schweizer Alpen-Clubs, SAC, sowie der Beratungsstelle für Unfallverhütung, BFU)