causasportnews.com – 113/2025, 8. Dezember 2025

(causasportnews / red. / 8. Dezember 2025) Die Gruppen-Auslosung mit Blick auf die Fussball-WM-Endrunde 2026 in den USA, in Kanada und in Mexiko am letzten Freitag, 5. Dezember 2025, in Washington D.C. verkam zur erwarteten Summierung von Peinlichkeiten. Es kam alles noch schlimmer als zuvor befürchtet. Zwar drang im Vorfeld dieser Veranstaltung, die so zwingend war wie jeweils das aufgeblasene World Economic Forum in Davos, durch, dass US-Präsident Donald Trump den Friedenspreis des Weltfussballverbandes FIFA erhalten würde. Diese Auszeichnung der dem Sport entrückten FIFA ist eine Art Trostpreis für den amerikanischen Machtmenschen und Selbstdarsteller, der mit dem Friedens-Nobelpreis gerechnet hatte und krachend scheiterte; und nun also der Fussball-Preis statt der Nobel-Preis. So sei es denn, zumal der US-Präsident bisher für den Frieden ziemlich gar nichts getan hat – im Gegenteil. Doch die Übergabe dieser neu und wohl eigens für Donald Trump geschaffene Trophäe und das ganze Vergabe-Drumherum in Washington zeigten schliesslich, dass es im Weltfussball unter dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino noch anbiedernder als zuvor erwartet gehen kann. Zwei an Peinlichkeiten nicht mehr zu überbietende Präsidenten spielten der Welt einen Klamauk vor, der mit Sport nichts, mit Gefälligkeits-Politik und unmoralischem Polit- und Wirtschaftsgeschacher sehr viel zu tun hatte. Zu dieser Schmierenkomödie passte als Moderatorin die selbstgefällige Nervensäge Heidi Klum, die bereits anlässlich der WM-Endrunde 2006 in Deutschland nicht zu vermeiden war, und welche die Peinlichkeiten um Donald Trump und Gianni Infantino zur Formvollendung brachte. Peinliche Präsidenten mit ebensolcher Dame, lautete das Fazit nach der Gruppen-Auslosung. Das Gekungel der beiden Präsidenten von FIFA und USA war zum Fremdschämen, wie die Schweizer Medien nach dieser Show in Washington bilanzierten. Schliesslich ist Gianni Infantino (auch) Schweizer, und der Fussball-Weltverband FIFA hat seinen Sitz (immer noch) in Zürich. An diesem Anlass in den Staaten, an dem der FIFA-Präsident erpicht war, mit dem US-Präsidenten auf Augenhöhe zu wirken, zog der Walliser durch seine Anbiederungen gegenüber Donald Trump die wohl längste Schleimspur eines Sport-Funktionärs in der Sport-Geschichte, die je gezogen wurde; entsprechend einig waren sich die Journalisten weitgehend. Und: Eine solche verkommene FIFA soll am Wegzug aus der Schweiz in keinem Fall mehr gehindert werden. Bezüglich Gianni Infantino wurden aufgrund seines Verhaltens Vermutungen geäussert, ob beim 55jährigen Walliser noch alles in Ordnung sei. Denn bereits vor der WM-Endrunde in Katar 2022 outete sich der skurrile Selbstdarsteller, dem teils mehr Bauernschläue als ein brillanter Geist attestiert wird (dicitur), als er sich vor der Fussball-Community dergestalt äusserte, er fühle sich «katarisch», «arabisch», «afrikanisch», «schwul», «behindert», und «als Gastarbeiter» und provozierte diese Einschätzungen geradezu. Oder wird Gianni Infantino durch sein Verhalten ein Stück weit einfach seinem Namen gerecht (lateinisch infans bedeutet schliesslich das unmündige Kind)?
Internationale und Schweizer Medien droschen nach den Peinlichkeiten von Washington auf den FIFA-Präsidenten ein. Seine Nähe zum US-Präsidenten mit deutschen Wurzeln, der immer mehr zum Europa-Gegner mutiert (nach dem versagten Nobel-Preis-Debakel sowieso), wird weitgehend als problematisch qualifiziert. Juristen sehen im selbstgefälligen Treiben und im Buhlen von Gianni Infantino um die Gunst des US-Präsidenten einen krassen Verstoss gegen den Zweck-Artikel der FIFA (Art. 2). Was die FIFA nach den Kritiken am FIFA-Präsidenten offiziell dementierte, was die Peinlichkeiten von Washington nur noch perpetuierte. Entscheidend ist in dieser dem Sport entrückten FIFA-Welt: Kein Nationalverband hat ein Interesse daran, Gianni Infantino wegen eines derartigen Statuten-Verstosses zur Räson zu bringen oder vor die Ethikkommission des Verbandes zerren zu lassen, solange der Geldregen des Verbandes mit Sitz in Zürich über die FIFA-Mitglieder prasselt.









