causasportnews.com – 34/2026, 12. April 2026
(causasportnews / red. / 12. April 2026) In einer kriegs-geschwängerten Welt, welche die Menschheit derzeit verzweifeln lassen könnte, ist der Sport eine abwechslungsreiche Alternative zum tristen Alltag. Es darf vor allem auch geträumt werden; in der Schweiz von Olympischen Winterspielen, die 2038 hier stattfinden könnten. Ein «Gastgeberland Schweiz» ist gewiss ein wunderbarer Traum, geträumt von Sportfunktionären, Politikern und Wirtschaftsvertretern, die es, aus welchen Gründen auch immer, gerne sehen würden, wenn die Spiele 2038 dezentral in der Schweiz stattfinden würden. Das «Gastgeberland Schweiz» könnte nicht zuletzt zu einem traumhaften Marketing-Vehikel werden. Es winkt eine einmalige Chance. Tourismus und Wintersport ergibt eine erfolgsversprechende Symbiose in diesem friedvollen Land im Herzen Europas. Von versiegenden Tourismusströmen in der unsicher gewordenen Welt kann profitiert werden – das wäre ein Ding. Diese wundersame Entwicklung lässt sich mit Winterspielen im Land, in dem Milch und Honig nach wie vor reichlich fliessen, erreichen. Auch in Lausanne, am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), das den Anlass vergibt, wären Olympische Winterspiele gleichsam vor der Haustüre des IOK-Hauptquartiers, ein Segen. Austragungsorte für Sommer- und Winterspiele zu finden, wird bekanntlich immer schwieriger. Und nun die gesamte Schweiz als Austragungsland 2038, das wäre für die Schweiz und das IOK etwas Grosses! Weil allerdings auch in der Schweiz die Grundstimmung für solche Gross-Veranstaltungen eher negativ ist, haben sich die Olympioniken in Lausanne etwas ganz Spezielles ausgedacht, um die Spiele wunschgemäss in der global wohlbehüteten Schweiz austragen zu lassen: Die Schweiz darf mit dem IOK in einen «privilegierten Dialog» treten, was nichts anderes bedeutet, als dass das Land, ausserordentlicherweise als Gastgeberland, den konkurrenzlosen Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2038 erhält, wenn es nur will!
Der Wille in den genannten Kreisen wäre vorhanden, aber woher die Kraft? Das IOK ist nicht dafür bekannt, sich generös an Kosten für Olympische Spiele zu beteiligen – im Gegenteil: Wer solche Spiele austragen will, muss tief in die Taschen greifen um die Olympia-Macher am Lac Léman zufrieden zu stellen. Die Lausanner Olympioniken würden an das Budget, das betreffend der Spiele 2038 nicht bekannt ist, den mickrigen Betrag von ca. 400 Millionen Euro beisteuern. Als Vergleichszahlen seien die vom IOK generierten Olympia-Gelder zwischen 2021 und 2024 in den Raum gestellt. Gegen acht Milliarden Dollar vereinnahmte das IOK in dieser Zeit aus Sponsoring- und Medienrechtserträgen. In der «Causa Olympia Schweiz» müssten von der Schweiz Milliardenbeträge abgedeckt werden. Unterstützungsbeiträge wären u.a. auch vom Bund zu leisten. Die Landesregierung hat bereits einmal 200 Millionen Franken zugesichert, was einigermassen verwunderlich ist, zumal der Bundesrat dort, wo es seiner Ideologie widerstrebt, allgemein durch finanzielles Knausern und wirtschaftliches Knorzen auffällt. Weitere Gelder für das Olympia-Projekt sollten von den Kantonen, von den Austragungsorten, von privaten Geldgebern, usw. sichergestellt werden. Defizitgarantien wären von privater Seite zu übernehmen. Wie das IOK betreffend der angedachten Winterspiele 2038 von der Schweiz wirtschaftlich, pekuniär zufriedengestellt werden sollte, ist derzeit ungewiss. Betreffend Sicherstellung der Finanzen und Durchführung von Olympischen Winterspielen 2038 in der Schweiz wird letztlich so oder so das Volk das letzte Wort haben. Ob das Nachhaltigkeitsargument verfangen wird, wenn es um Olympische Spiele geht, scheint eher ungewiss zu sein. Wenn schon für eine 13. AHV-Rente und für dringend notwendige Anschaffungen für die Armee kein Geld vorhanden ist, werden Ausgaben für Olympische Spiele zudem wohl nicht einfach durchgewunken – Nachhaltigkeit hin oder her. Zum mitentscheidenden Faktor dürfte nun die Zeit werden. Bis Ende des kommenden Jahres muss die Schweiz Farbe bekennen, ob sie will oder nicht. Dass sich das Volk bei der tristen Finanzlage der öffentlichen Hand «pro Olympische Spiele 2038» entscheiden wird, käme einem Wunder gleich. Aber auch davon darf geträumt werden; wenigstens einstweilen oder bis Ende 2027. Dann wird realistischerweise wohl auch dieser Traum ausgeträumt sein.

