FC Barcelona – sportlich top, wirtschaftlich (k)ein Flop

causasportnews.com – 32/2026, 6. April 2026

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(causasportnews / red. / 6. April 2026) Darüber, ob der FC Barcelona eine permanente Erfolgsgeschichte abgibt oder nicht, erübrigt sich jede Diskussion. Soeben haben die Blau-Roten aus der Katalonischen Hauptstadt auswärts das wichtige Spiel gegen Atlético Madrid gewonnen und demnach wohl definitiv den Grundstein für den Meisterschafts-Vollerfolg 2025/26 gelegt. Der FC Barcelona führt die Tabelle der ersten Division Spaniens, der er seit 1929 angehört, überlegen vor Real Madrid, den «Königlichen» aus der Landeshauptstadt, an. Die Prestigekämpfe zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid sind das Sahnehäubchen im spanischen Fussball. Der sportlich erfolgreiche Klub aus der wohlhabenden Region Katalonien mit der Metropole Barcelona strebt permanent nach Höherem. Sportlich ist er top, wirtschaftlich (k)ein Flop. In den letzten Tagen machen heterogene Zahlen die Runde, welche Hühnerhaut erzeugen. Der Klub legt geradezu schwindelerregende Zahlen vor: Der Jahresumsatz beträgt aktuell bald eine Milliarde Euro. Hinter Real Madrid (!) ist der FC Barcelona der zweitumsatzstärkste Klub der Welt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» errechnet hat. Trotz des Gewalts-Umsatzes wachsen die Schulden an und sollen sich derzeit auf 2,5 Milliarden Euro belaufen. Soeben haben die rund 100 000 Vereins-Mitglieder den längst zur Legende gewordenen Joan Laporta mit einer Zweidrittelmehrheit wiederum zum Präsidenten des Klubs gewählt. Er soll die Schuld abbauen, ohne die sportliche Substanz der «Blau-Roten» zu beeinträchtigen. Ein seit Jahren aufgeschobener Stadion-Neubau soll zeitnah den Weg aus der Schuldenwirtschaft ebnen. 1,5 Milliarden Euro an Krediten für den Bau des neuen Stadions sollen gesprochen worden sein. Mit dem neuen Stadion will der Klub pro Jahr baldmöglichst 400 Millionen Euro generieren; aktuell sind es 150 Millionen Euro. Das Milliardengeschäft Fussball, mit Gewinnen und Kosten, blüht wohl nirgends derart spektakulär wie in Barcelona, obwohl der Rivale Real Madrid als wirtschaftlich interessantester Klub der Welt gilt. Die Madrilenen haben die Jahres-Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro längst geknackt.

Die sportliche Erfolgsgeschichte des FC Barcelona hat einen einfachen Grund, welche die Schuldenthematik relativiert: Etwa die Hälfte des Kaders der 1. Mannschaft ist im eigenen Klub ausgebildet worden, auch wenn der Verein sportlich immer wieder mit spektakulären Verpflichtungen von sich Reden macht(e), z.B. mit Lionel Messi, der eben im Klub die Jugend-Akademie durchlief und später im FC Barcelona auch schon einmal Jahres-Saläre im dreistelligen Millionenbereich kassierte – und diese Salarierung sportlich rechtfertigte.

Alles in allem ist der FC Barcelona eine einmalige, spektakuläre Erfolgsgeschichte in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Das war schon so, als der Schweizer Hans Gamper 1899 mit ein paar Gesinnungsgenossen den Klub gründete. Der Winterthurer Geschäftsmann, 1877 geboren, darf als schillernde Persönlichkeit qualifiziert werden. Er war Geschäftsmann, Fussballpionier, Publizist, Politiker, verliess die Schweiz als Hans Gamper, und machte sich in Barcelona schliesslich einen Namen als Joan Gamper. Sein Stammverein in der Schweiz war der FC Excelsior Zürich, der letztlich im FC Zürich aufging. Auch im FC Basel war Hans Gamper aktiv. Die Historie will es, dass sowohl der FC Basel und auch der FC Barcelona die Klubfarben blau und (granat)rot aufweisen. Irgendwie zur Dramatik des Fussballs passt das Ende des Schweizers Hans Gamper. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 verarmt, politisch verfolgt und tief depressiv beendete der einst erfolgreiche Geschäftsmann und Fussballpionier in Barcelona sein Leben im Alter von 52 Jahren selbstbestimmt. Jeweils am 30. Juli eines jeden Jahres gedenkt der FC Barcelona dem Schweizer Gründer des Klubs, der auf dem berühmten Montjuic-Friedhof nach einem ruhelosen Leben seine letzte Ruhestätte fand.

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