Laufschuhmarke «On»: Der Renner oder bald zum Davonlaufen?

causasportnews.com – 30/2026, 29. März 2026

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(causasportnews / red. / 29. März 2026) Das Sportartikel-Unternehmerin «On», bricht vor allem dank der Laufschuh-Sparte einige Rekorde, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. 2025 knackte die Schweizer Unternehmung erstmals die Umsatzmarke von drei Millionen Franken. Wie sich letztlich das Geschäftsjahr 2026 präsentieren wird, steht natürlich noch in den Sternen. Die Zollpolitik der US-Regierung und der schwache Dollar werden wohl den Abschluss 2026 von «On» massiv negativ beeinflussen, weil der Absatzmarkt in den USA für die Schweizer Marke nicht leichter geworden ist. Es kommt hinzu, dass sich die Unternehmung im härter gewordenen Konkurrenzkampf vor allem dem amerikanischen Sportartikel-Giganten «Nike» stellen muss. Die Amerikaner wollen vor allem an «On» verlorene Marktanteile raschmöglichst zurückholen. Immerhin heisst und bedeutet «Nike» (aus dem Griechischen) «Sieg», die sprachliche Bedeutung von «On» scheint eher unklar zu sein; geht es um einen sichtbaren Bereich, um das Dasein im Vordergrund oder ist die Bezeichnung «On» ebenso, wie «Nike», dem Algriechischen entlehnt und meint schlicht das «Sein»? Zumindest, was das Geschäftsjahr 2025 anbelangt, ist «On» zweifelsfrei ein Renner, vieles um die Marke ist allerdings nebulös. Zu denken geben müsste den «On»-Machern beispielsweise die werbliche Erfolgsquote im Spitzensport. An der kürzlich abgehaltenen Hallen-Leichtathletik-WM holte nur ein von «On» ausgerüsteter und gesponserter Athlet aus Spanien eine mickrige Bronze-Medaille. Zwar ist «On» aufgrund der Sportartikel-Bezeichnung nicht zum fächendeckenden Erfolg im (Spitzen-)Sport verdammt wie die Amerikaner von «Nike», aber ein bisschen mehr dürfte es schon sein. Der sportliche Triumph ist allerdings nicht das einzige Absatzkriterium in der umkämpften Branche. Entscheidend dürfte mit Blick auf das Konsumentinnen- und Konsumentenverhalten sein, dass derzeit in der kriegs-geschwängerten Welt eher Sparen als Geldausgeben angesagt ist. «On» ist schliesslich keine Billigmarke, produziert kostengünstig in Asien und sichert sich Gewaltsmargen im Absatz. Die potentiellen Käuferinnen und Käufer der «On»-Produkte, dürften sich vor allem auch fragen, was besser ist an «On» als an den etablierten Marken wie eben «Nike», «Adidas», «Puma» sowie andere, traditionelle Produkte-Hersteller. Nur «Lifestyle» alleine genügt heute nicht mehr, um Produkte teuer, erfolgreich abzusetzen.

Natürlich ist «On», zumindest derzeit, keine (Laufschuh-)Marke zum Davonlaufen, ob sie aber im Sportartikelmarkt der Renner bleiben wird, dürfte sich bald weisen. Eher Fragen als Antworten ergeben sich derzeit bei der Betrachtung der Unternehmensstruktur der Schweizer Unternehmung. Der bisherige, alleinige CEO des Unternehmens, der Deutsche Martin Hoffmann (2025 mit rund 10 Millionen Schweizer Franken saläriert), der «On» verlässt und sich nach eigenen Aussagen künftig «philanthropischen Projekten» widmen will (war das bis jetzt bei «On» nicht seine Hauptaufgabe?), ist ein eher unerwarteter Abgang. Neu werden zwei Mitgründer von «On» «Co-Ceo», Caspar Copetti und David Allemann. Sie werden neu zusammen operative Leiter des Unternehmens und gehören auch dem Verwaltungsrat von «on» an; eigentlich eine betriebswirtschaftliche «Erbsünde». Unklar ist die unternehmerische Rolle (spielt er diese noch?) bei «On» von Olivier Bernhard (ehemaliger Duathlet und Triathlet), ebenso die Aufgaben der zurückgetretenen Tennis-Ikone Roger Federer, der seit 2019 Miteigentümer und Markenbotschafter von «On» ist und seit einiger Zeit tendenziell im rückwertigen Dienst des Unternehmens tätig zu sein scheint. Die ganzen Umstrukturierungen und organisatorischen Neuerungen bei «On» dürften auch mit einer kürzlich erzielten Einigung von «On» mit dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) zusammenhängen, wonach «On» auf den Laufschuhen das Schweizer Kreuz verwenden darf, wogegen Roberto Martullo, der Eigentümer der legendären Sportschuh-Unternehmung «Künzli» und Schwiegersohn von Christoph Blocher, klagen will. Es geht um komplexe Auslegungsfragen des Markenschutzgesetzes («Swissness-Bestimmung»), eine Normierung, die als äusserst glitschiges, juristisches Terrain bei der Verwendung des Schweizer Kreuzes gerade bei Sportschuhen gilt. «causasportnews» wird demnächst auf diesen Komplex zurückkommen.

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