FIFA führt Trainerinnen-Quote ein – Gianni Infantino nun bald auch noch «weiblich»?

causasportnews.com – 29/2026, 27. März 2026

(causasportnews / red. / 27. März 2026) Vor der Weltmeisterschafts-Endrunde 2022 in Katar holte FIFA-Präsident Gianni Infantino zu einem irritierenden Rundumschlag vor den Medien aus aller Welt aus. Er fühle sich katarisch, arabisch, afrikanisch, als Gastarbeiter, behindert, homosexuell, usw. Seine Äusserungen konnte niemand richtig einordnen; wahrscheinlich hatte er «es» richtig gedacht. Männiglich fragte sich allerdings, ob beim Präsidenten des Fussball-Weltverbandes noch alles in Ordnung sei. Nun legt der Walliser nach und setzt sich vehement für die Sache der Frau im organisierten Fussball ein. Die FIFA wird bei den Frauenturnieren des Weltverbandes eine Trainerinnen-Quote einführen. Bereits anlässlich der nächsten Frauen-WM im kommenden Jahr in Brasilien muss entweder der Chef-Coach oder dessen Assistenz bei jeder Mannschaft weiblich sein. Bereits im kommenden Herbst soll die nun vom Weltverband beschlossene Regelung im Nachwuchsbereich, bei der Weltmeisterschaft der U20-Juniorinnen im September in Polen, Anwendung finden. Die FIFA hat zudem entschieden, dass mindestens ein Mitglied der medizinischen Abteilung jeder Mannschaft weiblich zu sein hat. Auf der Bank müssen zudem mindestens zwei Frauen als Mitglieder des offiziellen Stabs sitzen. Zur Statistik: Bei der Frauen-WM 2023 in Australien und in Neuseeland waren 12 der 32 Teamchefs weiblich.

Für den FIFA-Präsidenten ist diese Frauenquote erfreulich und zwingend. Eine solche  Regelung sei «das absolute Minimum», lässt er sich zitieren. Und: «Wenn es nach mir ginge, wäre ich noch weiter gegangen», meinte der soeben 56 Jahre alt gewordene oberste «Gralshüter» des organisierten Weltfussballs. Die Frage, ob er sich nun auch «weiblich» fühle, liess der FIFA-Präsident offen. Wäre dem so, wäre wohl zumindest eine Brücke zu einer Art FIFA-Co-Präsidium geschlagen, mit Gianni Infantino als Präsident und gefühlter Präsidentin. Was bei den Gewerkschaften und bei den organisierten Sozialdemokraten insbesondere in Europa möglich ist, sollte an sich auch im Verein «FIFA» mit Sitz in Zürich möglich sein. Vielleicht hängt die nun beschlossene Geschlechterquote auch mit dem (vereins-)rechtlichen Bezug der FIFA zur Schweiz zusammen. Seit das Modell der Geschlechterquote im organisierten Sport im Sportförderungsgesetz vom 23. Mai 2022, in Kraft seit 1. Oktober 2012, verankert ist, sehen sich Sportvereine und -verbände vermehrt geradezu genötigt, Geschlechterquoten im Sport-Organisationsgefüge vorzusehen, teils auf «Teufel komm’ raus» (vgl. auch «causasportnews» vom 10. Februar 2025: «Geschlechterquote im organisierten Sport: Frauen woher nehmen und nicht stehlen?»).

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