causasportnews.com – 23/2026, 8. März 2026

(causasportnews / red. / 8. März 2026) Was dem 27jährigen Argentinischen Tennis-Professional Leonardo Aboian exakt vorgeworfen wird, erhellt sich aufgrund der offiziellen Mitteilungen nicht. Es wurde bekannt, dass sich der Berufsspieler – mit der besten Rangierung auf Platz 229 im April 2025 -, der nicht zu den absolut Besten seines Fachs gehört, 30 Verstösse gegen das «Tennis Anti-Corruption Program» (TACP) hat zu Schulde kommen lassen. Insbesondere habe er, was immer das heissen mag, Erleichterungen von Wetten ermöglicht, also wohl Vorschub zu Manipulationen im Zusammenhang mit Sportwetten geleistet. Details wurden nicht bekannt; gerade in diesem Segment muss stets mit Nachahmungstätern gerechnet werden. Der Argentinier hat jedenfalls zugegeben, von 2018 bis 2025 mehrere seiner Einzel- und Doppel-Matches auf der ITF-Tour und auf ATP-Challenger-Ebene verschoben zu haben. So wurden offenbar Wetten aufgrund dieser Sport-Manipulationen platziert. Der fehlbare Sportler ist geständig.
Nach dem Auffliegen dieser krass unsportlichen Verhaltensweisen im September 2025 ist Leonardo Aboian von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) vorläufig gesperrt worden. Jetzt folgte das definitive Verdikt dieser Tennis-Sanktionsbehörde: Sechs Jahre und neun Monate ist der fehlbare Spieler von jeglichen Aktivitäten im organisierten, internationalen Tennis ausgeschlossen worden (die vorläufige Sperre seit September 2025 wird angerechnet). Die Sanktion betrifft die Turniere der Professional-Organisation ATP und WTA sowie der ITF (Internationaler Tennisverband) und die Grand Slams. Für einen Professional-Spieler bedeutet eine derartige Strafe ein eigentliches Berufsausübungsverbot. Eine mehrjährige Sperre bildet im Berufsleben in jedem Fall eine gravierende Zäsur. Leonardo Aboian wird demnach erst mitte 2032 wieder mittun dürfen, falls er dann überhaupt zu einem sportlichen Comeback bereit sein wird. Weniger einschneidend dürfte für den gefallenen Argentinier die ausgefällte Busse von 40’000 US-Dollar sein, auch wenn der Spieler nicht zu den Grossverdienern der Branche zählt; davon sind 25’000 US-Dollar auf Bewährung ausgesetzt.
Der aktuelle Fall aus dem Professional-Tennis lässt aufhorchen, auch wenn er den Medien nur eine Randnotiz Wert war. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Leonardo Aboian nicht zu den klingendsten Namen im Männer-Tennis gehört. Grundsätzlich muss vor der Annahme gewarnt werden, Manipulationen im Sport im Zusammenhang mit Sportwetten seien heute eher seltenere Vorkommnisse. Nach wie vor wird sowohl in den Individual- als auch in den Mannschaftssportarten betrogen und gelogen, wenn auch nicht immer mit Bezug zu Sportwetten. Manipulationen sind zudem in Individualsportarten, wie im Tennis, einfacher zu realisieren als etwa im Fussball, wenn etwa eine ganze Mannschaft bestochen werden müsste.
