Fussball-WM-Endrunde: Spielt der Iran in den USA um den Titel?

causasportnews.com – 22/2026, 6. März 2026

(causasportnews / red. / 6. März 2026) In rund 100 Tagen, ab 11. Juni 2026, spielen 48 Nationalmannschaften in den USA, in Kanada und in Mexiko um den Titel eines Fussball-Weltmeisters. Weil sich der von den USA und von Israel losgetretene Krieg gegen den Iran immer mehr, auch in Richtung Europa, ausbreitet und ungewiss ist, wie dieser Flächenbrand eingedämmt werden kann, fragt man sich immer mehr, ob und allenfalls wie dieser Kampf um die höchste Trophäe im Professional-Fussball letztlich ausgehen könnte. Findet die WM-Endrunde überhaupt statt, wird sie verschoben oder sistiert, bis sich die Weltlage wieder beruhigt und normalisiert hat? Die (Fussball-)Welt wartet auf klärende Worte aus dem Home of FIFA in Zürich, doch der Weltverband schweigt. Regelrecht abgetaucht ist der Präsident des Weltverbandes, der nicht einmal mehr seinem bevorzugten Grundsatz in Missachtung von Art. 4 Abs. 2 der Statuten («Die FIFA ist politisch … neutral») huldigt: Führen durch Anbiederung bei den Polit-Führern dieser Welt.

Ein regelrechtes Kuckucksei befindet sich jedenfalls im WM-Korb 2026. Da hat sich die Mannschaft Irans für die WM-Endrunde qualifiziert, doch niemand rechnet damit, dass die Iraner, derzeit in einer fussball-losen Trauerzeit für den von den Israeli und Amerikanern aus dem Leben gebombten Ayatollah Chamenei befindend, ab 11. Juni in den USA spielen werden. Die Rede ist von einem WM-Boykott der Iraner; weitere Meinungsmacher sehen einen Ausschluss der Iraner aus dem Turnier als Lösung, oder es wird davon gesprochen, die Mannschaft Irans während der WM-Endrunde nicht in den USA, sondern in Mexiko oder in Kanada antreten zu lassen. Dies, obwohl US-Präsident Donald Trump verlauten liess: «I really don’t care’ if Iran plays in World Cup». Eine Option, um diesen gordischen Knoten zu durchschlagen scheint die Möglichkeit zu sein, den Iran irgendwie sanktions- und folgenlos aus dem Turnier zu verabschieden oder zu verbannen, bevor es überhaupt begonnen hat. Wäre würde dann «nachrücken»? Wohl der Irak! Irak stand allerdings nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA im Fadenkreuz der Amerikaner. Auch dieses Szenarium wäre wohl nicht als Wunschlösung zu qualifizieren.

«Entscheide rasch, aber entscheide. Und sprich’ darüber», würde man dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zurufen. Die Gesamtlage ist aufgrund der kriegerischen Ereignisse auf dem Globus, in die doch einige der 211 Nationalverbände involviert sind, die dem Weltfussball-Verband als Mitglieder angehören, grundsätzlich nicht gerade derart, dass die Welt und alle Fussball-Fans, die guten Willens sind, auf diesen Event nicht verzichten könnten. Eine Verschiebung des Anlasses wäre deshalb auch eine valable Option. Auch aus sportlichen Gründen dürfte der Iran nicht zu den Favoriten zählen, die den Weltmeister wohl unter sich ausmachen. Bleibt der Iran dem Turnier fern, was wahrscheinlich Tatsache werden könnte, wird dieser Nationalmannschaft der Kampf um den WM-Titel auch rechnerisch verunmöglicht. Den Iranern könnte für einen freiwilligen oder mit sanftem Druck ausgeübten Verzicht diplomatisch klug Sanktionsfreiheit plus eine Entschädigung zugesprochen werden. Eine WM-Endrunde ohne das für das Turnier qualifizierte Team aus dem Iran hätte nur einen, grossen Schönheitsfehler: Es wäre eine gravierende Wettbewerbsverzerrung. Diese Kröte müsste wohl geschluckt werden.

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