causasportnews.com – 14/2026, 11. Februar 2026
(causasportnews / red. / 11. Februar 2026) Seit kurzem ist die jüngste Ausgabe von «Causa Sport», 3/2025, erhältlich (www.causasport.org). Auch in dieser Ausgabe zum Jahreswechsel 2025 / 2026 werden diverse Gerichtsurteile mit sportlichem Bezug vorgestellt und teilweise kommentiert. Wellen geworfen hat etwa das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 5. November 2025 (4A_286/2025): Gegenstand ist der Entscheid eines Einzelschiedsrichters des Internationalen Sport-Schiedsgerichts (TAS, Tribunal Arbitral du Sport) in Lausanne. Die Quintessenz Kommentierung in «Causa Sport» besteht darin, dass diese so praktizierte und vom Bundesgericht abgesegnete TAS-Rechtsprechung geeignet ist, die internationale Schiedsgerichtsbarkeit zu entwerten. Dies gilt auch für den Schiedsgerichtsplatz «Schweiz». Das Bundesgericht, das immer noch und grundsätzlich bestrebt ist, die Entscheide des TAS auf Biegen und Brechen zu stützen (deshalb die sinnige Überschrift dieses Beitrags: «Biegen und Brechen durch das Schweizerische Bundesgericht») hat die (internationalen) Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Ein lesenswerter Beitrag der deutschen Sportrechts-Spezialisten Prof. Dr. Karsten Fehn und Dr. Bernd Josef Fehn (Köln) beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Vereinsautonomie und Sportschiedsgerichtsbarkeit, mit dem Resultat, dass in dieser Hinsicht keine «parallelen Rechtsräume» auszumachen sind.
Im «Editorial» dieser Ausgabe zum Jahreswechsel wird vorweg das (Sport-)Jahr 2025 beleuchtet und das Fazit gezogen, dass es in jeder Hinsicht ein «Jahr zum Vergessen» war. Kaum zu glauben, dass einer der umstrittensten Juristen Deutschlands, der Staats- und Völkerrechtler Carl Schmitt (1888 – 1985), als intellektueller Steigbügelhalter der aktuellen Grossmachtpolitiker Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping aus der Mottenkiste der Rechtsgeschichte gezogen wird. Der damalige «Kronjurist» des Führers wird zur Legitimation des Rechts des Stärkeren und zur Rechtfertigung des aktuellen, verwilderten und globalen Hauens und Stechens herangezogen; und das geht so: Wenn Grönland der Sicherheit der USA dient, dient die Krim der Sicherheit Russlands und Taiwan der Sicherheit Chinas. Gerade im Jahr 2025 erlebte das Völkerrecht einen völligen Zusammenbruch. Der internationale Sport fand zwar statt, aber ohne prickelnde Höhepunkte. Diesbezüglich soll 2026 ganz anders werden. Die Olympischen Winterspiele in Italien sind im Gange, und im Sommer (vom 11. Juni bis 19. Juli) soll in den USA, in Kanada und in Mexiko die WM-Endrunde im Fussball stattfinden. So der amerikanische Übervater Donald Trump denn will. Eines scheint relativ sicher zu sein: Amerika wird trotz der «von oben» verordneten «America First»-Doktrin nicht Fussball-Weltmeister 2026 werden! Donald Trump darf sich jedoch mit dem vom Welt-Fussballverband FIFA ausgelobten Nobel-Trostpreis, der sich «FIFA-Friedenspreis» nennt, trösten.
«Causa Sport» (www. causasport.org) kann über «Swisslex» (Zürich), über die Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung (Wien) und über den Verlag Duncker & Humblot (Berlin) abgerufen werden.

