Heisse Fussball-News aus dem kalten Norden

causasportnews.com – 5/2026, 19. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 19. Januar 2026) Geht es um sexuelle Integrität im (organisierten) Sport, wird bisweilen das Trainer-Sportler(in)-Klischee bemüht: Der Trainer kommt den von ihm trainierten jungen Sportlerinnen oder Sportlern zu Nahe oder versteigt sich sogar zu Belästigungen. Der renommierte Hamburger SV (HSV), zuletzt in der Saison 2024/25 nach siebenjähriger Zweitklassigkeit in die Bundesliga aufgestiegen, beweist nun allerdings, dass auch andere Konstellationen im Reich der Triebe möglich sind.

Man werde sich von dem zuvor über den grünen Klee gelobten Sportvorstand Stefan Kuntz trennen, kommunizierte der HSV zum Jahreswechsel 2025/26. Der 63jährige Fussball-Manager verlasse den Klub «aus familiären Gründen», hiess es in einer Medienmitteilung. Das hörte sich so gut wie seltsam an, da in den letzten Monaten stets von einer Vertragsverlängerung zwischen Stefan Kuntz und dem Klub an der Alster die Rede war. Vor allem die Medien glaubten nicht so recht an diese Fakten-Darstellung aus dem familiären Bereich. Mit Recht, wie sich zeigen sollte. Schon bald wurde die Mutmassung erhärtet, es gehe um sexuelle Belästigungen zum Nachteil von mindestens zwei Mitarbeiterinnen des HSV, wie verschiedentlich berichtet wurde. Mit der Angabe familiärer Gründe sollte dem Sportvorstand ein ehrenvoller Abgang ermöglicht werden. Dieses Unterfangen ging also böse daneben, und die Öffentlichkeit erfuhr, wenn auch nicht aufgrund klarer Fakten, Heisses aus dem kalten Norden Deutschlands. Bis heute ist allerdings unklar, was sich im Hamburger «Volksparkstadion» und allenfalls in der Umgebung der Sportstätte an Unappetitlichem genau ereignet hatte. Stefan Kuntz bestritt schon einmal alle Gerüchte bezüglich des Belästigungsvorwurfs und nannte sie «unwahr». Was allerdings unwahr sein soll, ist ein grosses Geheimnis. Zupfte der Sportmanager Frauen an den Höschen oder erfolgten gar Griffe unter deren Röcke? – Nobody knows, zumindest bis jetzt nicht. Nachdem sich der HSV des sportlich erfolgreichen Sportvorstands entledigt hatte, traten, wie das heute üblich ist, auf beiden Seiten Anwälte auf den Plan und verbesserten die Gesamtsituation bezüglich des Geschehenen auch nicht markant. Im Gegenteil. Stefan Kuntz soll übrigens bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine Anzeige wegen Stalking aufgegeben haben. Diese ist allerdings bereits wieder zurückgezogen worden, doch die Klärung der Umstände wird dennoch fortgesetzt. Eine solche Anzeige ist offenbar von Amtes wegen zu behandeln. Nun vertritt eine auf Medienrecht spezialisierte Anwaltskanzlei den Sportvorstand; im HSV soll in dieser Causa ein Heer von Juristen im Einsatz sein. Dies alles geschieht nur deshalb, weil unklar ist, was unter dem Terminus «sexuelle Belästigung» konkret verstanden werden soll. Wetten, dass auch dieses Geheimnis zeitnah gelüftet wird? Da nichts so fein gesponnen ist wie gewünscht, kommt alles, wenn auch nur scheibchenweise, ans Licht der Sonne. So funktioniert heute die Trilogie von Sport, Medien und Voyeurismus.

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