Star-Koch mit Hang zur Dekadenz setzt Klagegrund gegen die FIFA

causasportnews.com – 3/2026, 10. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 10. Januar 2026) Kaum jemand kennt den Star-Koch Nusret Gökce unter diesem Namen. Jedoch ist er vielen, vor allem Fussball-affinen Fans, unter dem Spitz- oder Künstlernamen «Salt Bae» («Salz-Schatz») bekannt. Der bald 43jährige türkische Gastronom und gelernter Metzger sorgte vor allem für Schlagzeilen, als er dem französischen Top-Spieler Franck Ribéry im Jahr 2029 in Dubai ein mit Blattgold angereichertes Ribeye-Steak servierte (vgl. auch causasportnews vom 24. November 2025; Causa Sport 2019, 112); 1200 Euro soll diese Extravaganz gekostet haben. Dank oder wegen sozialer Medien ging das Bild dieses kulinarischen Exzesses um die Welt. Nusret Gökce sorgte mit dekadenter Luxus-Gastronomie immer wieder für Schlagzeilen. Er war stets bestrebt, die Nähe zu prominenten Menschen, vor allem aus der Sport-Szene, zu suchen. So kam es auch, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino im Umfeld von «Salt Bae» gesichtet wurde, wie gepostete Fotoaufnahmen belegen.

Einigermassen verwundert nahm die Fussball-Welt anlässlich des WM-Finals am 18. Dezember 2022 in Katar (Weltmeister wurde Argentinien nach einem Finalsieg über Frankreich), zur Kenntnis, dass der zwischenzeitlich als Koch mit Hang zur kulinarischen Extravaganz bekannte Nusret Gökce im Rahmen der Siegerehrung den WM-Pokal in die Höhe stemmte und andeutete, diesen mit Salz zu bestreuen. Offensichtlich hatte es «Salt Bae» trickreich geschafft, nach dem WM-Finalspiel, das er auf Einladung des FIFA-Präsidenten im VIP-Bereich besuchte, auf das Spielfeld zu gelangen und bei den Sieges-Feierlichkeiten mitzuwirken. Er liess sich für ihn werbeträchtig sogar mit Lionel Messi ablichten. Diese Selbstinszenierung im WM-Finaltaumel fand dann die FIFA weniger lustig und recherchierte, wie dieses «Ambush Marketing» durch Nusret Gökce möglich wurde und dieser auf das Spielfeld gelangen konnte. Ersan Gökay, ein Deutscher FIFA-Mitarbeiter mit Wohnsitz in der Schweiz, soll von «Salt Bae» übertölpelt worden sein, damit sich dieser unter die feiernden Argentinier mischen konnte. Der Weltverband sanktionierte den Mitarbeiter danach arbeitsrechtlich. Dieser wurde depressiv, und die Ärzte schrieben ihn arbeitsunfähig. Schliesslich erhielt Ersan Gökay die Kündigung, weil die FIFA an seiner Arbeitsunfähigkeit zweifelte, was der Mitarbeiter vehement bestritt. Es kam, wie es in solchen Fällen kommen muss: Der letztlich ausserordentlicherweise gekündigte Mitarbeiter, der sich in diesem Fall als «Bauernopfer» sieht und seine Loyalität zur FIFA betont, zieht nun vor Gericht, wie der Weltverband entsprechende Medienberichte bestätigte. Demnächst wird sich das Zürcher Arbeitsgericht mit der Klage von Ersan Gökay gegen die FIFA wegen dieser in den Augen des Klägers ungerechtfertigten Entlassung befassen müssen. Beide Parteien, Ersan Gökay und die FIFA, sind wohl letztlich Opfer des eitlen Star-Kochs Nusret Gökce geworden. Oder auch diese anfängliche Freundschaft des FIFA-Präsidenten mit den umstrittenen türkischen Gastronomen «Salt Bae» hat nun ihren Preis.

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