causasportnews.com – 1/2026, 3. Januar 2026

(causasportnews / red. / 3. Januar 2026) Im Mai des soeben angebrochenen Jahres soll in Las Vegas ein ganz besonderer Sportanlass über die Bühne gehen: «The Enhanced Games», was ungefähr übersetzt werden kann mit erweiterten, verbesserten oder optimierten Spielen. Bei diesem Event soll die Verwendung von Dopingmitteln erlaubt sein. Die Veranstaltung setzt insbesondere eine Marketingidee um. Im Fokus steht die körperliche Leistungssteigerung und Langlebigkeit. Nicht zufällige treten in den Wettbewerben, bei denen Schnellkraft entscheidend ist, Gewichtheber, Sprinter und Schwimmer, und zwar gedopte und ungedopte Athleten, gegeneinander an. In den drei Sportarten ermöglicht Doping den grössten, sichtbaren Leistungsschub, der ideal vermarktet werden kann. Letztlich soll bei diesen Spielen die Idee des Jungbrunnens – die Quelle der ewigen Jugend und des ewigen Lebens – verkauft werden, weniger oder kaum geht es um den konventionellen Sport. Den Siegern winken happige Prämien von 250 000 US-Dollar. Weltrekorde, z.B. im 100 Meter-Sprint oder im Schwimmen auf der 50 Meter Bahn, werden mit je einer Million US-Doller belohnt.
Der Gründer und Haupt-Organisator der Spiele, Aron D’Souza, ein erfolgreicher, ehemaliger Schwimmer aus Indien, will mit den «Enhanced Game» die freie Verfügbarkeit von Athleten über ihre Körper ermöglichen. An den Wettbewerben im Mai in der Spielerstadt Las Vegas kommen deshalb die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nicht zur Anwendung. Aussen vor bleibt auch das Internationale Olympische Komitee (IOK), dessen angeblich korruptes System dem bald 34jährigen Aaron D’Souza ein Dorn im Auge ist. Fachspezialisten warnen vor den Gesundheitsrisiken von Dopingmitteln, die auch bei den «»Enhanced Games» eingesetzt werden können. Sie weisen etwa auf klare Zusammenhänge zwischen anabolen Steroiden (künstlich hergestellte Substanzen zur Zunahme von Muskelmassen) und Nebenwirkungen (z.B. hormonelle Störungen und Herzproblemen) hin. Die beiden britischen Forscher, Ian Boardley und Martin Chandler, räumen ein, dass vieles im Bereich des Dopings auf Beobachtungen basiert und nicht auf systematischen Langzeitstudien und sprechen im Zusammenhang mit den Spielen von einer «medizinischen Lotterie» (vgl. «Der Spiegel» vom 28. Juni 2025), was zum Austragungsort der Spiele, Las Vegas, passt.
Wer letztlich im Mai an den Spielen teilnehmen soll, ist noch nicht klar. Es könnten durchaus auch sehr valable Sportler an den Start gehen. Aus dem traditionellen Schwimmsport zurückziehen und an den «Doping-Spielen» teilnehmen will etwa der erfolgreiche britische Schwimmer Benjamin Proud. Dessen Ankündigung, in Las Vegas an den Start gehen zu wollen, löste in der Sportwelt einen Schock aus. Kein Glück hatten die Organisatoren der Spiele auf der juristischen Ebene. Ein Bundesgericht in New York lehnte deren Kartellklage in der Höhe von 800 Millionen US-Dollar gegen die WADA, den Schwimm-Dachverband (World Aquatics), sowie den US-Schwimmverband (USA Swimming) ab. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die «Enhanced Games» wohl nur einmal, im Mai dieses Jahres, durchgeführt werden; falls die Marketingziele der Veranstaltung erreicht werden.
