Israelisches Radsport-Team als Opfer des Gaza-Krieges

causasportnews.com – 109/2025, 26. November 2025

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(causasportnews / red. / 26. November 2025) Es ist bekannt, dass vor allem Sportfunktionäre gebetsmühlenartig die Trennung von Sport und Politik beschwören. Kaum jemand glaubt allerdings daran, weshalb dieser fromme Wunsch auch permanent unglaubwürdig geäussert wird. Niemand bestreitet allerdings, dass Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen keinen Einfluss auf den Sport oder auf die Entertainmentbranche im Allgemeinen hätten. In diesem Jahr herrschte wegen des Gaza-Krieges, den Israel mit Härte gegen das Land und die Menschen Palästinas führte und teils immer noch führt, weit mehr als nur eine anti-israelische Stimmung im Rahmen des Eurovision Song Contest (ESC), der deswegen ab kommendem Jahr mit neuen Zulassungsbedingungen versehen werden wird.- Indirekte Proteste gegen das totalitäre Russland branden auf, wenn beispielsweise die als Kreml-Anhängerin bezeichnete Star-Sopranistin Anna Netrebko trotz des völkerrechtswidrigen Agierens Russlands derzeit wieder in den Opernhäuser der Welt auftritt, wie unlängst in Zürich. Hochklassige Kultur ist wohl geeignet, Kriegstreiberei, Kriegsgräuel und Kriegsverbrechen aller Art zu legitimieren. So wurde in Zürich zuerst gegen den Auftritt der Opern-Diva aus dem Reich Putins protestiert, doch das Ausserordentliche, das soeben auf der Opernbühne geboten wurde, heiligt offenbar alles. Vielleicht war es auch die Oper von Giuseppe Verdi mit dem sinnigen Titel «La forze del destino» (Die Macht des Schicksals), welche die Ursache setzte, dass Anna Netrebko unbeschadet ihre Gagen, pro Auftritt über 100’000 Schweizer Franken, abgreifen konnte. Die Auftritte der 54jährigen Diva wurden wohl auch möglich, weil die Führung am Opernhaus Zürich, teils besetzt mit linken Polit-Funktionären, zumindest bis vor kurzer Zeit in SP-Manier eine gewisse Russland-Affinität an den Tag legte.

Zurück zum Sport und zu Israel. Kürzlich wurde gemeldet, dass das unter dem Namen «Israel-Premier Tech» bekannte Radsport-Team umfassend umstrukturiert werde. Die Equipe, die nun neu unter dem Namen «NSN Cycling Team» (NSN ist ein Unterhaltungsunternehmen und bedeutet «Never Say Never») auftreten wird, basiert auch nicht mehr in Israel, sondern in Spanien. Die Equipe ohne ganz bekannte Fahrer-Namen tritt ab neuem Jahr mit einer Schweizer Lizenz unter dem Namen «NSN Cycling Team» an. Die Team-Verantwortlichen haben mit dieser Neu-Organisation auf die permanenten, propalästinensischen Proteste gegen das in Israel inkorporierte Team unter dem Namen «Israel-Premier Tech» reagiert. Mit der neuen Equipen-Bezeichnung verschwindet das Reizwort «Israel» aus dem Namen des Worldtour-Teams. Der Gaza-Krieg hinterlässt also Spuren trotz der Total-Zerstörung der Stadt im Gazastreifen. Die Trennung von Sport und Politik ist offensichtlich etwa so brisant wie die Trennung von Kirche und Staat.

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