causasportnews.com – 106/2025, 18. November 2025, 18. November 2025

(causasportnews / red. / 18. November 2025) Die nachfolgend wiedergegebene, aktuelle Geschichte aus dem Biathlon erinnert ein wenig an frühere Vorkommnisse, als Boxer überführt wurden, als sie mit manipulierten Handschuhen, gefüllt mit Hufeisen oder anderen harten Gegenständen, ihre Gegner zu (zer)schlagen versuchten. Einen traurigen Bekanntheitsgrad erlangte 1983 der in New York ausgetragene Boxkampf zwischen Billy Collins und Luis Resto, als Luis Resto seinen Gegner Billy Collins mit manipulierten Handschuhen, die mit Steinen gefüllt gewesen sein sollen, zum Box-Invaliden prügelte. Billy Collins beendete später, als Folge dieses Kampfes und der vernichtenden Niederlage, sein Leben selber, der Manipulateur landete im Gefängnis. Eine ebenso unappetitliche Geschichte aus dem Eiskunstlauf erschütterte die Sportwelt anfangs 1994, als die heute 56jährige Nancy Kerrigan von einem Handlanger ihrer Erzrivalin Tonya Harding mit einer Eisenstange schwer am Knie verletzt wurde. Dennoch gewann Nancy Kerrigan an den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer die Silbermedaille. Mit diesem perfiden Attentat vor Olympia wollte die heute 55jährige Tonya Harding ihre Rivalin aus dem Eiskunstlauf-Wettbewerb katapultieren, bzw. ihre eigenen Chancen verbessern.
Nun erschüttert ein Manipulationsskandal im Frauen-Biathlon die Szene. Die Französin Jeanne Richard soll Ende der letzten Saison das Gewehr ihrer Team-Kollegin Océane Michelon manipuliert haben. Welcher Art die Manipulation war und wie sie sich auswirkte oder auswirken sollte, wurde bis jetzt nicht bekanntgegeben. Offenbar beabsichtigte die Manipulateuerin jedenfalls ihre Mannschafts-Kollegin zu schwächen, um ihre eigenen Chancen im Wettkampf zu steigern. Ex-Biathlet Björn Ferry, der ehemalige Biathlon-Olympiasieger aus Schweden, wird in diesem Zusammenhang so zitiert: «Das ist eine der gemeinsten Sachen, die man machen kann. Das ist, wie wenn man einem Langläufer Leim unter die Latten schmieren würde». Der Vorfall harrt nun einer juristischen Klärung (für Jeanne Richard gilt die Unschuldsvermutung).
Vor kurzer Zeit wurde das französische Biathlon-Team der Frauen von einem ebenso unschönen Vorfall ereilt, allerdings ausserhalb von Loipe und Schiessstand: Die 29jährige Julia Simon verwendete die Kreditkarten von Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet sowie einer Teambetreuerin. Damit tätigte sie Einkäufe im Wert von über 2000 Euro und liess die Waren an ihre Adresse liefern. Zwischenzeitlich hat die sportliche Täterin bezüglich ihres unsportlichen Tuns vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Das Spezielle an dieser Geschichte: Ein Opfer im Kreditkarten-Betrugsfall, Justine Braisaz-Bouchet, soll die Manipulateuerin im «Gewehr-Fall», Jeanne Richard, auf frischer Tat ertappt haben. Fazit: Im Biathlon-Team der Französinnen ist einiges los…
