causasportnews.com – 95/2025, 14. Oktober 2025

(causasportnews / red. / 14. Oktober 2025) Seit geraumer Zeit stehen die erfolgreichen Akteure der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft im Zentrum des Interesses. Nicht nur aufgrund der anhaltenden, sportlichen Erfolge, sondern auch wegen der Wettkampfbekleidung, auf der das Wappen mit dem Schweizer Kreuz prangt. Deswegen ist auch ein juristischer Streit um die Anwendung des «Wappenschutzgesetzes» entbrannt, der mit einer einstweiligen Einigung zwischen den Eishockeyanern und den zuständigen Bundesbehörden endete (vgl. auch causasportnews vom 17. November 2024). Bis zum kommenden Jahr dürfen die Nationalspieler des Eishockeyteams das Wappen mit dem Schweizer Kreuz auf den Wettkampf-Shirts tragen. Ab 2027 ist dann eine neue Regelung gefragt. Das Wappenschild, wie es die Nationalspieler im Eishockey tragen, darf grundsätzlich nur vom Schweizer Staat verwendet werden.
Juristisch anders, nämlich markenrechtlich, gelagert ist die Frage der Zulässigkeit der Verwendung des Schweizerkreuzes in den klassischen Farben Rot-Weiss auf Produkten, für die mindestens 60% der Produkte-Herstellungskosten in der Schweiz anfallen (müssen). Diese Vorgabe ist beispielsweise erfüllt bei den in der Schweiz produzierten und in der ganzen Welt äusserst beliebten «Victorinox»-Taschenmessern, die das klassische Schweizerkreuz tragen. Das Reisegepäck der gleichen Marke ist jedoch nur mit einem Kreuz in Schwarz-Weiss versehen, weil dieses Produkt in China hergestellt wird.
Probleme mit dem Schweizer Kreuz, das auf den Schuhen der zur Kult-Marke gewordenen «On»-Produkten prangt, hat dieser Hersteller seit einiger Zeit deshalb, weil «On»-Schuhe im Ausland produziert und auch weitgehend ausserhalb der Schweiz abgesetzt werden. Also nichts mit «Swissness», könnte das Fazit gezogen werden. Diese Form von «Swissness» schützt mit allen möglichen Mitteln der Verein «Swissness Enforcement». Die Vereinigung als Verbund privater und öffentlich-rechtlicher Träger hat das Ziel, die missbräuchliche Verwendung von Schweizer Herkunftsangaben ausserhalb der Schweiz vor allem durch «Trittbrettfahrer», zu bekämpfen. «Swissness Enforcement» sieht in den «On»-Schuhen seit geraumer Zeit zuwenig Swissness, das traditionelle Schweizer Kreuz sei auf diesen Schuhen ungerechtfertigterweise angebracht. Die Vereinigung ist nun in China, dem für «On» wichtigen Wachstumsmarkt, aktiv geworden und hat eine Anwaltskanzlei beauftragt dafür zu sorgen, dass auf «On»-Schuhen das Schweizer Kreuz in originaler Form künftig nicht mehr angebracht werden darf, weil zuwenig «Swissness» in diesen Schuhen, die ausschliesslich in Vietnam und Indonesien produziert werden, stecke. Der Konflikt zwischen «On» und dem Verein «Swissness Enforcement» schwelt seit einiger Zeit. Bisher gelang es der beliebt gewordenen Marke, das Problem mit der offenbar fehlenden Swissness bezüglich der Schuhe auszusitzen. Jetzt scheinen die cleveren «On»-Manager, zu deren Umfeld auch der ehemalige Top-Tennis-Spieler Roger Federer gehört, begriffen zu haben, dass das Kreuz mit dem Schweizer Kreuz in diesem Fall nicht so einfach zu tragen ist.
