causasportnews.com – 92/2025, 5. Oktober 2025
(causaportnews / red. / 5. Oktober 2025) Zwar boomt der Freizeit-Zweiradsport, doch der professionelle Radsport befindet sich auf einem absteigenden Ast, zumindest in der Schweiz. Kürzlich verlautete, dass die traditionelle Schweizer Rundfahrt «Tour de Suisse» (TdS) stark redimensioniert werde. Statt an acht Tagen wird die Tour der Männer ab 2026 in fünf Tagesetappen absolviert. Aufgewertet werden soll die TdS der Frauen. Diese Rundfahrt wird um ein Teilstück verlängert, von bisher vier auf fünf Einheiten.
Als die Verantwortlichen der TdS kürzlich diese Neuerungen verkündeten, befürchteten die Radsport-Fans Böses. Zwar ist seit einigen Jahren bekannt, dass die Rundfahrt, die seit 1933 ausgetragen wird und eine Unternehmenseinheit des Schweizerischen Radfahrer-Bundes (SRB), heute «Swiss Cycling», bildet, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat; doch, dass die Situation derart besorgniserregend ist, konnte nicht vermutet werden. Strassenrennen sind aktuell nicht mehr problemlos durchzuführen. Die Absperrung von Strassen bei hohem Verkehrsaufkommen, die Einschränkungen zum Nachteil des Gewerbes anlässlich der Durchfahrten der Rennfahrerinnen und Rennfahrer, Sicherheitsprobleme, usw., sind nur drei Gründe, welche die Durchführung von Radsport-Veranstaltungen auf Strassen und insbesondere durch Städte und Dörfer erschweren. In der Schweiz wurden diese Umstände beispielsweise auch anlässlich der in und um Zürich durchgeführten Radsport-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr manifest. Sponsoren sehen sich zudem mit dem Negativ-Faktor konfrontiert, dass die werblichen Möglichkeiten anlässlich der Durchführung von Strassen-Radsport-Veranstaltungen immer mehr eingeschränkt werden. So verliert die TdS für Sponsoren und Werbepartner der Veranstaltung immer mehr an Attraktivität. Die Zeiten, als Hunderttausende von Menschen an den Strassenrändern den Helden der Landstrassen zujubelten, sind längst vorbei. Aktuell ist das Fazit zur Kenntnis zu nehmen, dass die Gelder der Werbe-Supporter im Rahmen der TdS immer spärlicher fliessen. Dem SRB als Veranstalter der TdS muss der Vorwurf gemacht werden, dass die Vermarktung der Landes-Rundfahrt nicht immer optimal erfolgt ist. Es werkeln an diesem Traditionsprojekt auch seit Jahren immer die gleichen Leute in gleichen Seilschaften herum; neue Ideen sind nicht gefragt.
Aufgrund der angekündigten Redimensionierung der Landes-Rundfahrt ab kommendem Jahr muss in der Tat damit gerechnet werden, dass nun das Ende der «Tour de Suisse» eingeläutet worden ist. Die Schweizer Rundfahrt kann selbstverständlich nicht auf die selbe Stufe wie die grossen Rundfahrten Giro d’Italia, Tour d France und «Vuelta» (Spanien-Rundfahrt) gestellt werden. Die Schweizer Rundfahrt verfügt allerdings dennoch über ein Vermarktungspotential, das durchaus besser ausgeschöpft werden könnte. Allerdings ist derzeit niemand in Sicht, der diese Herkulesaufgabe zu übernehmen im Stande wäre oder dies tun möchte. Es stellt sich vor allem die Grundsatzfrage, wie in einem Strassenrennen Werbung effizient platziert werden kann – so, dass diese auch bei den Adressaten, die sich z.B. über abgesperrte Strassenabschnitte im Zuge von Rennen ärgern, positiv ankommt!

