causasportnews.com – 87/2025, 21. September 2025

(causasportnews / red. / 21. September 2025) Als die Schweizer Landesregierung im Sommer ankündigte, die Bundesbeiträge beim Sport-Förderprogramm «Jugend + Sport» (J + S) würden ab kommendem Jahr um 20% gekürzt, setzte ein Sturm der Entrüstung ein. Zwar verhält sich der Bundesrat allgemein so, als wäre er das Exekutivvorgang einer maroden Unternehmung. Überall fehlt angeblich das Geld; tatsächlich wird das Geld an allen Ecken und Enden verschwendet. Oder «nicht adäquat» eingesetzt, wie man es beschönigend sagen könnte. Dass beim Kinder- und Jugendsport, der einen wichtigen Teil des Gesundheitswesens bildet, sogar massiv gespart werden solle, verstand in der Schweiz niemand und empörte die Bevölkerung (vgl. auch causasportnews vom 6. Juli 2024). Murrt das Volk und werden die Proteste immer lauter, steigen die Chancen, dass auch Unsinniges wieder geändert wird. Schliesslich brauchen Politiker das Volk, spätestens etwa bei Wahlen («Wahltag ist Zahltag»); so nun geschehen bei der J + S – Sportförderung. Die beiden Haupt-Verantwortlichen Bundesräte in dieser «Finanz-Causa», Bundespräsidentin Karin Keller Sutter sowie Sport- und Verteidigungsminister Martin Pfister vollführten einen veritablen Rückwärts-Salto und nahmen die bekanntgegebenen Budgetkürzungen bei J + S zurück. Mit weisen Worten erklärte Bundesrat Martin Pfister vor den Medien: «Der Bundesrat anerkennt die grosse Bedeutung von Sport und Bewegung» (welche weltbewegende Erkenntnis!), führte der tapsige Magistrat aus. Wenn Martin Pfister und Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter am Werk sind, kann es in der Regel nur noch schlimmer kommen. Das ist auch bei diesem Vorgang bezüglich J + S nicht anders. Die angekündigten Budgetkürzungen im Kinder- und Jugendsport fallen jedenfalls dahin und sollen sogar noch erhöht werden; kein Scherz! Gespart werden soll nun bei Sportanlagen von nationaler Bedeutung. Ort wollen nun Karin Keller-Sutter und Martin Pfister den Sparhammer niedersausen lassen. Sportanlagen verfügen über wenig Attraktivitätspotential, und es wird sich kaum jemand darüber aufregen, wenn Sport-Infrastrukturen allmählich zerfallen (vgl. etwa die Beispiele in anderen Ländern Europas). Sportanlagen-Promotoren verfügen über keine Lobby, allenfalls die Profiteure der Bauindustrie, deshalb werden die Beitragskürzungen in diesem Bereich ziemlich oppositionslos hingenommen werden. Bundesrat Martin Pfister gab sich erstaunt darüber, dass dem Druck des Volkes nachgegeben werden musste. «Die Reaktionen (der Bevölkerung, red.,) haben gezeigt, wie gross die Anerkennung für J + S ist», gab sich der Sportminister erstaunt und geläutert. Oder «Heureka» nach Zuger Art (Martin Pfister stammt aus dem Innerschweizer Kanton Zug).
