causasportnews.com – 75/2025, 16. August 2025

(causasportnews / red. / 16. August 2025) Die stets hohen Temperaturen in vielen Ländern auch in Europa verändern die Freizeit- und Aktivitätstrends der Menschen. Nach Angaben des europäischen Klimawandeldienstes «Copernicus» verzeichnete der globale Temperaturrekord 2024 Höchstwerte. Nicht nur aufgrund der gegenwärtigen, langeandauernden Hitzeperioden in etlichen Ländern bestehen keine Zweifel, dass 2025 wiederum höchste Hitze-Werte erzielt werden. Kein Wunder also, dass sich ein Trend im Rahmen der Freizeit-, Tourismus’- und Sportaktivitäten nochmals verstärken wird: Menschen aller Altersgruppen zieht es in die Berge, um den Hitzegebieten mit allen Negativseiten (lähmende Wärme, Trockenheit, Wassermangel, usw.) zu entkommen. Favorisiert werden Destinationen mit kühle(re)m Klima, wobei Bergregionen immer beliebter werden; Wandern, als Altersgrenzen-überschreitende Aktivität, ist beispielsweise die beliebteste Sportart in der Schweiz. Laut dem europäischen Tourismusdachverband ETC (European Travel Commission) suchen gegen ein Drittel der Europäer nach Destinationen mit angenehmem Klima und streben die kühlere, erträglichere Bergluft an.
Der Berg-Tourismus boomt immer mehr, vor allem in den Alpenländern Deutschland, Österreich, Nord-Italien und in der Schweiz. Der Schweizer Alpen-Club (SAC), der führende Verband für Bergsport in der Schweiz mit über 170 000 Mitgliedern, verzeichnet Mitglieder-Rekorde. Dis, obwohl das typische SAC-Mitglied leicht über 60 Jahre alt ist und aus der Deutschschweiz stammt. Dem SAC gehören schweizweit rund 102 000 Männer und 70 000 Frauen an. Der Club betreibt in den Schweizer Bergen 148 Hütten und Biwaks, die pro Jahr insgesamt bald gegen 400 000 Übernachtungen verzeichnen. Im Waadtland und im Wallis wird am häufigsten in Hütten und Biwaks übernachtet. Die «Lämmerenhütte», die Hütte mit den meisten Übernachtungen, liegt im Raum der Berner Alpen, erreichbar insbesondere von Adelboden, Kandersteg und Leukerbad aus. Die Plätze zwei und drei in dieser Beliebtheitsskala belegen die berühmte «Monte-Rosa-Hütte» (bei Zermatt) und die «Britanniahütte» (bei Saas Fee).
Der boomende Bergsport weist allerdings auch Negativ-Seiten auf. Die Zahl der Bergunfälle ist markant angestiegen. Im ersten Halbjahr 2025 mussten von der Schweizerischen Rettungsflugwacht 440 Personen aus alpiner Notlage gerettet werden, soviele Menschen wie vergleichsweise noch nie zuvor. Auch die Air Zermatt bestätigt den intensivierten Aufwärtstrend im Bereich der Bergrettungen. Ursache dafür sind etwa mangelhafte Vorbereitungen der Berggänger sowie unzureichende Ausrüstung und Selbstüberschätzung der Bergsportler. Auch «Social Media» gelten als Mitverursacher des Beliebtheits-Trends betreffend dieser Disziplin. Seitens des SAC verlautet und wird unterstrichen, dass ein schönes Gipfel-Bild auf Instagram keine Tourenplanung ersetze. Der entsprechende Nachahmungseffekt sei aber durchaus zum Problem geworden.
(Quellen: «Neue Zürcher Zeitung», 8. August 2025; «Tages-Anzeiger», 31. Juli 2025)
