Kinder, treibt Sport – das kostet ja nichts!

causasportnews.com – 66/2025, 20. Juli 2025

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(causasportnews / red. / 20. Juli 2025) Das Sportförderungsprogramm des Bundes, «Jugend + Sport» steht unter finanziellem Druck. Die jährlich in der Schweiz zur Verfügung stehenden 115 Millionen Franken für rund 680 000 Kinder und Jugendliche reichen nicht mehr aus, um die Bedürfnisse der immer grösser werdenden Zahl der Jungen im Bereich des Breiten- und Nachwuchssportes im Rahmen des bedeutendsten Sport-Förderprogramms des Landes abzudecken. Es soll nun also in diesem attraktiven und boomenden Fördergefäss, das vor zwei Jahren auch für private Veranstalter geöffnet wurde, gespart werden, und das relativ exzessiv. So möchte es die Landesregierung vorsehen. Die Beitragskürzungen sollen künftig satte 20% betragen (vgl. auch causasportnews vom 6. Juli 2025). Betroffen von den Sparmassnahmen wären insbesondere alle Sportvereine, welche «J + S»-Kurse anbieten. Mit der Kürzung der Mittel, die letztlich vom Parlament wohl im Herbst / Winter beschlossen werden müssen, würde der Lebensnerv des organisierten, geförderten Kinder- und Jugendsportes massiv getroffen. Gegen die Sparmassnahmen regt sich nun jedoch in der ganzen Schweiz massiver Widerstand. Zum einen ist es offenbar unverständlich, dass die gezielte, effiziente Förderung des Kinder- und Jugendsportes durch Mittelentzug geschwächt werden soll. Zum andern würde das Bonmot Lügen gestraft, das besagt, der Kinder und Jugendsport koste ja nichts, also sei Sporttreiben die Lösung für alle Fälle. Apropos Kosten: Dank des «J + S»-Programms ist es auch eher finanzschwachen Jungen, teils auch eher bescheidenen Verhältnissen, möglich, von diesem Sport-Basisprogramm zu profitieren.

Natürlich kostet auch dieses wichtigste Förderungsprogramm etwas, obwohl es hier um verhältnismässig geringe Beträge geht. Die vom Bund bis anhin in das «J + S»-Programm gelenkten 115 Millionen Schweizer Franken sind geradezu ein Klacks, wenn berücksichtigt wird, wie sonst im Staat Schweiz mit Geld umgegangen wird. Beispiele hierfür müssen gar nicht erst genannt werden. Zwar ist die «J + S»-Kürzung für die Zukunft noch nicht formell beschlossen, doch mit Blick auf die Behandlung dieses Geschäftes in den Räten wird eine massive Opposition erwartet; Widewrstand ist spürbar. Eine Petition gegen die Kürzung der Mittel ist bereits 160 000 Mal unterzeichnet worden. «Kinder sollen sich mehr bewegen, aber Bern bremst», titelte etwa der Zürcher «Tages – Anzeiger». Die Wichtigkeit von Integration, sozialen Kontakten und Bewegung» im Rahmen von «J + S» betont der Mitte-Nationalrat Christian Lohr. Für etliche Personen des öffentlichen Lebens ist der Kinder- und Jugendsport zur Bekämpfung des Bewegungsmangels als wichtiger Beitrag zur Volksgesundheit zu sehen. Eine sportliche Basis im Kindes- und Jugendalter wirke sich letztlich auch positiv auf die Gesundheitskosten aus, unterstreichen Gesundheitspolitiker. Im Parlament wird also eine hitzige Debatte um die Kürzung der «J + S»-Beiträge erwartet. Natürlich kostet das sportliche Förderprogramm des Bundes zufolge der gesteigerten Nachfrage immer mehr; verhältnismässig ist dies jedoch ein eher bescheidener Betrag zu Gunsten des Kinder-, Jugend- und Breitensports. Doch das dürfte zu «stemmen» sein. Und so kann man die Kinder getrost motivierend im Glauben lassen, dass sie Sport treiben sollen; im Vergleich zur sonstigen Ausgabenpolitik des Bundes kostet dies in der Tat mit Blick auf das «J + S»-Förderungs-Programm (fast) nichts.

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