Der (unsportliche) Kampf des ehemaligen Top-Bankers Tidjane Thiam gegen seine Haushälterin

causasportnews.com – 64/2025, 12. Juli 2025

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(causasportnews / red. / 12. Juli 2025) Im März 2023 krachte die einstmals stolze und renommierte Bank «Credit Suisse» (CS) zusammen. Nur dank einer vom Staat verordneten Zwangs-Fusion mit der UBS blieb der Trümmerhaufen «CS» eine beschönigte Banken-Pleite. Das alles wäre noch kein Thema für «causasportnews». Doch galt die sport-freundliche Bank «CS» als veritable Grösse auch im Sport-Business-Bereich. Die «CS» engagierte sich massiv im Breiten- und im Spitzensport, und auch als der Untergang des von der Schlüsselfigur der Schweizer Wirtschaft, Alfred Escher (1819 – 1882), gegründete Bankhauses (damals «Schweizerische Kreditanstalt») bereits Tatsache war, gehörte etwa Roger Federer bis zum bitteren Banken-Ende der «CS» als Markenbotschafter und Sponsoringpartner zum Marketing-Inventar der Bank; die UBS hat nach dem «CS»-Zusammenbruch u.a. die Pflichten der «CS» dem ehemaligen Tennis-Ausnahmekönner gegenüber übernommen; exakt die UBS, welche 2008 selber kollabierte und vom Staat gerettet werden musste… Die Verursacher des «CS»-Banken-Zusammenbruchs sind ausschliesslich im Management der Bank in den letzten Jahren zu suchen. Unfähige Ausländer, die mit viel Geld an den Zürcher Paradeplatz gelockt wurden, komplettierten das Management der unfähigen Schweizer, die sich ihre Pfründe auch nach dem Crash der Bank sichern konnten. Es war letztlich die geballte Inkompetenz und Ignoranz hochgezüchteter Banker und Pseudo-Fachleute, die sich an den Honigtöpfen des Banken-Geschäfts gütlich taten, welche zum Zusammenbruch der «CS» führten. Einzelnen «Top-Managern» die Schuld an der Pleite der «CS» in die Schuhe schieben zu wollen, wäre verfehlt. Doch immer, wenn ein ehemaliger «CS»-Manager aktuell für Aufsehen sorgt, wird auch seine damalige Rolle bei der «CS» hinterfragt.

So zum Beispiel bei Tidjane Thiam, welcher den «CS»-Vorsitz der Geschäftsleitung von 2015 bis 2020 innehatte. Zu konstatieren, der 62jährige Top-Manager von der Elfenbeinküste hätte in seinem Amt alles falsch gemacht, wäre ebenso unzutreffend wie die Aussage, er habe nichts richtig gemacht. Einen schalen Nachgeschmack hinterlässt allenfalls der immer noch andauernde Kampf von Tidjane Thiam gegen seine damalige Haushälterin. Verhält sich so ein Top-Mann aus der Wirtschaft? Diese Frage stellt sich im Moment die interessierte Öffentlichkeit und denkt zurück an die Amtsführung des Mannes von der Elfenbeinküste während seines «CS»-Engagements. Er überwarf sich mit Management-Kollegen und geriet in den Überschattungsverdacht bezüglich seines Unterstellten Iqbal Khan. Unstimmigkeiten ergaben sich auch im privaten und halb-privaten Bereich. Der «CS» Geschäftsleitungs-Vorsitzende zoffte sich in seinem stattlichen Anwesen in Herrliberg an der Zürcher Goldküste mit einer Hausangestellten. Diese Geschichte erfährt bis heute Weiterungen. Immer noch weigert sich Tidjane Thiam, seine ehemalige Angestellte trotz rechtskräftigem Urteil zu entlöhnen. Dieser hatte er auch vorgeworfen, er würde sie nötigen und sogar erpressen. Auch diese Geschichte endete vor den Strafgerichten. Die Ex-Angestellte wurde vor Monaten erstinstanzlich freigesprochen. Vor ein paar Tagen doppelte das Zürcher Obergericht nach und rehabilitierte die Frau vollumfänglich. «Eine krachende Niederlage für Tidjane Thiam», titelten die Medien. Man kann bilanzieren, dass das Verhältnis zwischen Tidjane Thiam und der Schweiz ein einziges Missverständnis auf allen Ebenen war. Da ist es wohl nur eine Randnotiz wert, dass der Mann von der Elfenbeinküste auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) ist. Dieses Gremium ist vor allem i.S. «Völkerverständigung» im Rahmen des Sportes aktiv. Quod erat demonstrandum in der «Causa Tidjane Thiam / Hausangestellte» also, ein Schauplatz, auf dem sich Tidjane Thiam ziemlich unsportlich verhält. Nebst der Vergangenheitsbewältigung in der skizzierten Art arbeitet der Ex-Star-Banker seit dem Ausscheiden aus der «CS» an seiner Polit-Karriere. Sein Traum, Präsident der Elfenbeinküste zu werden, könnte sich jedoch allenfalls in Luft auflösen oder zum Albtraum für den gebürtigen Afrikaner werden.

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