causasportnews.com – 38/2025, 26. April 2025

(causasportnews / red. / 26. April 2025) Momentan beherrschen kriegerische Ereignisse die Szenen. Russland-Krieg, Gaza-Krieg, Sudan-Krieg – und viele weitere Kriegsschauplätze machen die Welt zum Pulverfass. Die «Krone der Schöpfung», der Mensch, wütet, derzeit ungehemmt und skrupellos in einer Welt, die grundsätzlich gewaltbereiter, aggressiver, misanthropischer, eben kriegerischer geworden ist. Die Verhältnisse auf diesem Planeten präsentieren sich desaströser als je zuvor; seit der Beendigung des 2. Weltkrieges war es in dieser Welt nie mehr flächendeckend derart grauenhaft wie heute. Der Respekt der Menschen den anderen Menschen gegenüber ist fast nicht mehr zu unterbieten. Die Gesellschaft war noch nie so verroht wie heute, und wohl regierten noch nie derart viele krude Figuren und (folgenlos) zur Verhaftung ausgeschriebene politische Führer die Länder der Erde. Die Bereitschaft zur Einhaltung von Rechtsordnungen ist marginal geworden; das Völkerrecht und das Kriegsvölkerrecht wurden noch nie derart zur Makulatur gemacht wie dies aktuell der Fall ist. So fragte der Stundet seinen Rechtslehrer: «Was ist das Völker- und Kriegsvölkerrecht?». Da meinte der Rechtslehrer, wohl resignierend: «Ein Scherz, ein Scherz».
Dass die Verrohung des Menschen auch zur Perversion des Sportes führt, ist unter diesen Vorzeichen nachvollziehbar. Galt der Sport grundsätzlich seit jeher als Ventil für alles, was den Menschen bedrückte und irgendwie zur eruptiven Entladung führen soll, wird er immer wieder zur Verfolgung politischer Ziele missbraucht. Mit Sport lässt sich Stärke manifestieren; vgl. die Beispiele aus der Geschichte (von Adolf Hitler inszenierte Olympische Spiele 1936 in Berlin, der Missbrauch des teils manipulierten Sportes durch das DDR-Regime, inszeniertes Staatsdoping durch Russland in der Neuzeit, usw.). In der Gegenwart ist dies nicht anders (der Charakter des gewaltbereiten US-Präsidenten, lässt sich aufgrund seiner geradezu zelebrierten Affinitäten zu brutalen Kampfsportarten nachzeichnen: Politik muss mit den Gewalt-Mitteln von Stärke und Macht sowie menschen-verachtend durchgesetzt werden). Der Sport ist heute weitgehend zum Kriegsschauplatz geworden. Er ist längst nicht mehr die Fortsetzung von Kriegen mit anderen, nicht militärischen Mitteln, wie dies etwa im antiken Griechenland gang und gäbe war. Diese Pauschalierung ist selbstverständlich relativiert zu betrachten, doch sogar im Eiskunstlaufen herrscht nicht selten rund um das Eisfeld insbesondere ein entfesselter, regelrechter Krieg der Eltern und Angehörigen der Sportlerinnen und Sportler.
Ähnliches und teils noch Schlimmeres lässt sich bezüglich der Menschen in Europa bezüglich ihrer liebsten Sportart, dem Fussball, feststellen. Sowohl im Breiten- als auch im Professional-Sport bilden Zuschauer, teils immer noch liebevoll «Fans» genannt, das Gewalt-Hauptproblem. In den Zuschauer-Sektoren eskalieren die Verhältnisse immer wieder. Dass die Aktiven auf den Spielfeldern mit der zur Schau gestellten Aggression diese kriegerische Atmosphäre anheizen, ist eine andere Tatsache. Die kriegerischen Ereignisse im Fussball gehören auch ausserhalb der Stadien zur Tagesordnung. Nach dem klaren Sieg des FC Basel gegen den FC Zürich am 12. April 2025 kam «es vor dem Stadion ‘Letzigrund’ zu hässlichen Szenen. Mehrere Basler Fans kehrten zum Stadion zurück, wo es zu einer grösseren Schlägerei zwischen den beiden Fan-Lagern kam», berichteten die Medien. Solches gehört heute zur Normalität. Die Polizei in Kampf-Montur versucht, die Gewalt einzudämmen und wird nicht selten zum Ziel von «Fan»-Angriffen. Der Staat ist offensichtlich weder willens und in der Lage, diesem widerrechtlichen Treiben der ausser Rand und Band geratenen, menschlichen Kreatur Einhalt zu gebieten und die missbrauchten, rechtsfreien Räume zu eliminieren. Die verwilderte Gesellschaft mimt Verständnis für diese Form der Kriminalität. Sogar Politiker finden ab und zu, der Krieg unter und zwischen Fussball-Anhängern sei als «part oft the game» zu akzeptieren. Staat und Gesellschaft haben vor dieser Gewalt kapituliert. Die gestellte Frage, ob der Sport die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sei, erübrigt sich wohl. Schön wäre es ja, wenn dem so wäre. Sport ist heute weitgehend Krieg. Auch beim «Fussballkrieg» zwischen Honduras und El Salvador 1969 ergaben sich vorerst politische und wirtschaftliche Probleme, die aus Anlass von WM-Qualifikationsspielen zur kriegerischen Auseinandersetzung führten.
